Ein Gratsparren (niederländisch ‘hoekkeper’) ist der schräge Sparren, der über die vorspringende Ecke läuft, an der zwei Dachflächen zusammentreffen. Er bildet den scharfen Grat des Daches. Nachfolgend Beispiele, wo Gratsparren vorkommen.
Beispiele aus der Praxis
- Walmdach — die vier Ecken, an denen die Dachflächen zusammentreffen, werden durch Gratsparren gebildet, die vom First schräg zur Traufecke laufen.
- Zeltdach (Pyramidendach) — vier Gratsparren treffen oben in einem Punkt zusammen; es gibt keinen waagerechten First.
- Krüppelwalm — beim Krüppelwalmdach sitzt ein kleiner Walm mit zwei kurzen Gratsparren über dem Giebel.
- Dachgaube mit Walmdach — auch ein kleines Dach auf einer Gaube hat Gratsparren an den Vorderecken.
Unterschied zum Kehlsparren
Beachten Sie den Unterschied zum Kehlsparren: dieser sitzt in der einspringenden Ecke (der Kehle), wo Wasser zusammenläuft. Der Gratsparren sitzt an der vorspringenden Ecke (dem Grat), wo das Wasser nach zwei Seiten abläuft.
Zu beachten
- Der Gratsparren ist länger als die gewöhnlichen Sparren und nimmt die anschließenden Sparren beider Dachflächen auf; er muss daher kräftiger ausgeführt sein
- Am Grat wird die Dachdeckung mit einem Gratziegel oder einem geschnittenen Schiefer abgeschlossen
- Eine gute, wasserdichte Ausführung des Grats ist wichtig gegen eindringenden Regen
Verwandte Begriffe
- Gratsparren
- Sparren
- Kehlsparren
- Walmdach
- Pyramidendach
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