Eine Kolonnade ist eine Reihe freistehender Säulen, die einen waagerechten Balken (Architrav) oder eine Bogenreihe tragen — häufig als Teil einer Galerie oder eines Portikus.
Aufbau und Merkmale
Eine Kolonnade besteht aus mindestens vier Säulen, die in regelmäßigen Abständen (Interkolumnien) aufgestellt sind. Die Säulen stehen auf einem gemeinsamen Sockel oder Stylobat und tragen ein durchlaufendes Gebälk oder einzelne Bögen. Der überdachte Gang dahinter wird als Wandelgang oder Galerie bezeichnet.
Wesentliche Merkmale sind:
- Freistehende Säulen — Im Gegensatz zu Pilastern oder Halbsäulen, die in die Wand eingelassen sind.
- Gleichmäßiger Rhythmus — Die Abstände folgen festen Proportionsregeln der jeweiligen Säulenordnung.
- Überdachter Durchgang — Die Kolonnade schafft einen geschützten Raum zwischen Innen und Außen.
Anwendung
Kolonnaden finden sich in zahlreichen Bauepochen und Gebäudetypen:
- Antike Tempel — Der Peripteros besitzt eine umlaufende Kolonnade.
- Barocke Platzanlagen — Wie die Kolonnaden am Petersplatz in Rom von Bernini.
- Klassizistische Gebäude — Museen, Gerichtsgebäude und Regierungsbauten nutzen Kolonnaden als repräsentatives Element.
- Moderne Architektur — Zeitgenössische Kolonnaden schaffen öffentliche Räume und überdachte Fußwege.
Konstruktiv muss die Tragfähigkeit der Säulen auf die Spannweite des Gebälks und die aufliegenden Lasten abgestimmt sein.
Verwandte Begriffe
- Säule
- Bogen
- Gewölbe
- Fassade
- Konstruktion
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