Die Nachheizung ist die zusätzliche Wärmequelle, die das von der Sonne vorgewärmte Trinkwasser auf die gewünschte Temperatur bringt. Eine Solarthermieanlage zur Trinkwassererwärmung deckt übers Jahr gerechnet in unseren Breiten etwa die Hälfte bis 60 Prozent des Warmwasserbedarfs; der Rest — nachts, im Winter, an Regentagen — kommt von der Nachheizung. Ohne sie ist eine Solaranlage keine verlässliche Warmwasserversorgung.
Wie es funktioniert
Der Kollektor auf dem Dach erwärmt eine Solarflüssigkeit, die ihre Wärme über einen Wärmetauscher an den Speicher abgibt. Kaltes Trinkwasser tritt unten ein, warmes wird oben entnommen. Reicht die Temperatur nicht, springt die Nachheizung ein — auf drei Wegen:
- Über den Heizkessel — der obere Speicherbereich wird über einen zweiten Wärmetauscher vom Kessel nachgeheizt. Die verbreitetste Lösung im Bestand
- Über einen Elektroheizstab im Speicher, etwa in Gebäuden ohne Gasanschluss oder als Notreserve
- Über eine Wärmepumpe, wobei die Solarwärme das Eintrittswasser vorwärmt und die Wärmepumpe den Rest übernimmt
Warum die Temperatur so wichtig ist
In lauwarmem, stehendem Wasser zwischen etwa 25 und 50 Grad vermehren sich Legionellen. Ein Solarspeicher mit vorgewärmtem Wasser liegt genau in diesem Bereich. Deshalb muss der Speicher regelmäßig durch die Nachheizung vollständig auf eine hohe Temperatur gebracht werden. Für Trinkwasseranlagen gelten hierzu die Regeln des DVGW-Arbeitsblatts W 551; Größe und Bauart des Speichers entscheiden über die konkreten Anforderungen. Frage den Installateur ausdrücklich, wie die Aufheizung eingestellt ist — das ist kein Detail, sondern eine Gesundheitsfrage.
An der Zapfstelle soll das Wasser dagegen nicht zu heiß ankommen. Ein thermostatischer Mischer begrenzt die Auslauftemperatur und verhindert Verbrühungen, gerade bei Kindern und älteren Menschen.
Worauf zu achten ist
- Der Kessel muss für vorgewärmtes Wasser geeignet sein. Nicht jedes Gerät moduliert sauber bei 45 Grad Eintrittstemperatur; die Folge sind schwankende Duschtemperaturen
- Alle Leitungen dämmen. Wärmeverluste zwischen Speicher und Gerät fressen den Solarertrag auf
- Die Nachheizung im Sommer nicht abschalten. Die Ersparnis ist klein, das Legionellenrisiko nicht
- Jährlich warten: Anlagendruck und Frostschutzgehalt im Solarkreis sowie das Ausdehnungsgefäß prüfen
- Vor der Investition rechnen lassen — auf Basis des tatsächlichen Warmwasserverbrauchs, nicht anhand pauschaler Werbeversprechen
Verwandte Begriffe
- Heizkessel
- Energieausweis
- Kondensation
- Luftdichtes Bauen
- Netzengpass
- Ökologisches Bauen
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