Bleiverglasung ist eine Fensterfüllung, bei der einzelne Glasstücke mit bleiernen Profilen (Bleiruten) zu einem Ganzen verbunden werden. Die H-förmigen Bleistege umfassen die Ränder der Glasstücke; an den Kreuzungen werden die Bleiruten miteinander verlötet, danach werden die Fugen mit Kitt abgedichtet.
Anwendung
Bleiverglasung kommt häufig in Kirchen, denkmalgeschützten Gebäuden und Wohnhäusern vom Anfang des 20. Jahrhunderts vor. Sie wurde für Zierfenster, Oberlichter und Haustüren verwendet. Das Glas kann klar, farbig oder glasgemalt sein, wodurch farbenfrohe Darstellungen und geometrische Muster entstehen.
Traditionell ermöglicht die Bleiverglasung, große Fenster mit kleinen Glasstücken zu füllen, was früher nötig war, weil große Glasscheiben nicht hergestellt werden konnten. Heute wird die Bleiverglasung vor allem aus dekorativen und handwerklichen Gründen eingesetzt, oft doppelt ausgeführt oder hinter Isolierglas gesetzt für eine bessere Wärmedämmung.
Merkmale
Kennzeichnend ist das Netz aus Bleiruten, das die Kontur jedes Glasstücks nachzeichnet. Bei größeren Feldern werden zur Versteifung waagerechte Windeisen (Sturmstangen) hinzugefügt, an denen das Feld festgebunden wird. Die Wartung besteht aus dem erneuten Befestigen und wo nötig Neulöten der Bleifugen, da das weiche Blei im Laufe der Jahre absacken kann.
Verwandte Begriffe
- Glas
- Blei
- Fenster
- Glasmalerei
- Oberlicht
- Verglasung
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