Baumanagement ist das Planen, Organisieren und Steuern eines Bauvorhabens, damit es in der vereinbarten Zeit, im Budget und in der geforderten Qualität entsteht. Es geht nicht ums Mauern oder Zimmern, sondern um die Entscheidungen und Absprachen, die das Bauen erst möglich machen.
Die Steuergrößen
Gesteuert wird immer über dieselben fünf Größen — sie hängen unmittelbar zusammen.
- Kosten — Kalkulation, Angebote, Nachträge, Zahlungspläne
- Organisation — wer macht was, wer ist Ansprechpartner, wer entscheidet
- Termine — Bauzeitenplan, Reihenfolge der Gewerke, Lieferfristen
- Information — Pläne, Leistungsverzeichnis, Genehmigung, dokumentierte Änderungen
- Qualität — Anforderungen, Kontrollpunkte, Prüfungen und Abnahme
Gerät ein Projekt ins Stocken, liegt die Ursache fast immer in einer dieser fünf Größen — meist bei der Information: eine Änderung, die besprochen, aber nirgends festgehalten wurde.
Praktische Hinweise
- Rücklage für Unvorhergesehenes. Beim Umbau im Bestand sind rund 10 bis 15 Prozent der Bausumme als Reserve realistisch. Bei alten Gebäuden, wo sich erst nach dem Rückbau zeigt, was wirklich vorhanden ist, darf die Reserve höher liegen
- Nachträge schriftlich vereinbaren, bevor sie ausgeführt werden: Beschreibung, Preis und Folgen für den Terminplan
- Nur eine entscheidende Person. Zwei Bauherren, die dem Polier Unterschiedliches sagen, sind der teuerste Fehler im Prozess
- Reihenfolge einhalten. Erst Rohbau und Haustechnik, dann Ausbau. Eine zu früh gelieferte Küche steht monatelang im Weg
- Genehmigung und Pläne auf der Baustelle bereithalten. Nicht genehmigtes Bauen kostet im Ernstfall ein Vielfaches
- Abnahmeprotokoll führen — je Mangel mit Datum, Verantwortlichem und Frist
Verwandte Begriffe
- Bauprozess
- Baukosten
- Nachträge
- Bauteam
- Leistungsverzeichnis
- Bauleiter
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