Was ist ein Glasziegel (Lichtpfanne)?

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Ein Glasziegel ist ein Dachziegel mit einem durchsichtigen Fenster — traditionell aus Glas, heute oft aus schlagfestem Kunststoff. Er ersetzt einen gewöhnlichen Ziegel in der Dachfläche und lässt an dieser Stelle Tageslicht in den darunterliegenden Raum.

Der Glasziegel ist die einfachste und günstigste Art, Licht in einen dunklen Dachraum zu bringen: an der Dachkonstruktion muss nichts geändert werden, es ist keine Öffnung zu schneiden und kein Rahmen zu setzen. Man nimmt einen Ziegel heraus und legt einen anderen dafür ein.

Wofür ist er gedacht?

Für einen ungedämmten oder unbewohnten Raum, in dem man ohne Kunstlicht nichts sieht: ein alter Dachboden, ein Lagerboden über einer Scheune, ein Hohlraum über einer Garage, ein Raum unter dem Ziegeldach eines Anbaus. Genug Licht, um sich sicher zu bewegen und etwas zu suchen.

Was ein Glasziegel nicht ist: ein Ersatz für ein Dachfenster. Ein Ziegel ist eine kleine Fläche, meist in der Größenordnung einiger hundert Quadratzentimeter Glas. Für einen Wohnraum kommt nur ein Dachfenster in Frage; mit Glasziegeln erreicht man das nicht.

Wo er nicht funktioniert

Das ist der häufigste Fehler: Ein Glasziegel bewirkt nichts in einem gedämmten, innen ausgebauten Dach. Liegt unter der Lattung eine Unterspannbahn, eine Schalung, Dämmung und eine Innenbekleidung, dann beleuchtet der Glasziegel nur den schmalen Zwischenraum zwischen Ziegeln und Bahn. Im Raum darunter merkt man davon nichts.

Soll dennoch Licht in ein ausgebautes Dach, muss der gesamte Aufbau durchbrochen werden — und dann ist ein Dachfenster oder ein Lichtrohr die richtige Lösung, nicht ein Glasziegel.

Einbau

  • Den Glasziegel im selben Modell und vom selben Hersteller kaufen wie das übrige Dach. Ziegel verschiedener Modelle passen nicht zusammen; ein unpassender Ziegel ist eine garantierte Leckstelle.
  • Mit mehreren Stück rechnen. Für halbwegs brauchbares Licht auf einem Dachboden braucht es schnell einige, über die Dachfläche verteilt statt nebeneinander.
  • Den Platz überlegt wählen. Nicht direkt unter einem Baum (Schmutz, Moos), nicht in einer Kehle oder dicht neben einem Schornstein, und vorzugsweise auf der Nord- oder Ostseite, wenn nur Licht und keine Wärme gewünscht ist.
  • Befestigen. Ein Kunststoff-Glasziegel ist leichter als ein Tonziegel und damit windempfindlicher; mit Sturmklammer sichern oder nach Vorschrift verschrauben.

Hinweise

  • Kondensat und Schmutz. Das Fenster beschlägt und verschmutzt schneller als ein Dachfenster, und gereinigt wird es von niemandem. Damit rechnen, dass die Lichtausbeute nach einigen Jahren merklich nachlässt.
  • Kunststoff altert. Ein Kunststofffenster kann vergilben und spröde werden; Glas behält seine Klarheit, bricht aber leichter.
  • Keine Lüftung. Ein Glasziegel bringt Licht, keine Luft. Wird auch Lüftung gebraucht, ist ein Lüfterziegel oder ein Lichtziegel mit Haube das richtige Produkt.
  • Sicher arbeiten. Auch für den Austausch eines einzigen Ziegels gilt: Leiter mit Dachhaken, Absturzsicherung und nicht auf den Ziegeln laufen.

Verwandte Begriffe

  • Dachziegel
  • Lichtziegel
  • Dachfenster
  • Lichtkuppel
  • Dachschalung
  • Lichtdurchlässigkeit

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