Ein Hallenhaus ist ein traditioneller Bauernhaustyp, bei dem Wohnbereich, Stall und Lager unter einem großen durchgehenden Dach liegen, getragen von einem hölzernen Ankerbalkengefüge in der Mitte. Das hohe, offene Mittelschiff (die „Diele”) wird von niedrigeren Seitenschiffen für Vieh und Vorräte flankiert. Die folgenden Beispiele zeigen, wie dieser Typ in verschiedenen Regionen ausgeführt wurde.
Anwendung
Das Hallenhaus ist im norddeutschen und niederländischen Raum verbreitet. Bekannte Beispiele und Varianten sind:
Niederdeutsches Hallenhaus (Fachhallenhaus)
Der klassische Typ Norddeutschlands, bei dem Mensch und Tier ursprünglich in einem gemeinsamen Raum lebten. Die große Dielentür an der Giebelseite gab Erntewagen Zufahrt.
Los hoes (Twente, Achterhoek)
Die älteste Form, bei der Wohn- und Wirtschaftsbereich ohne Trennwand ineinander übergingen. Das Feuer lag offen in der Diele, ein Schornstein fehlte.
T-Haus und Kreuzhaus
Weiterentwicklungen, bei denen der Wohnteil quer (T-Form) oder teilweise ausgebaut an den Wirtschaftsteil angefügt wurde, um mehr Wohnraum zu schaffen.
Merkmale, die man bei Beispielen erkennt
- Ankerbalkengefüge — die tragende Holzkonstruktion aus Ständern und Ankerbalken
- Große Dielentore in der Giebelseite
- Krüppelwalm- oder Satteldach mit Reet oder Ziegeln gedeckt
- Längsdiele, auf der das Erntegut abgeladen und gedroschen wurde
Viele ursprüngliche Hallenhäuser stehen heute unter Denkmalschutz und werden zu Wohnhäusern umgenutzt, wobei die charakteristische Gefügekonstruktion sichtbar bleibt.
Verwandte Begriffe
- Hallenhaus
- Gefüge
- Ankerbalken
- Krüppelwalm
- Umnutzung
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