Einen fertigen Gartenzaun im Baumarkt zu kaufen kostet schnell 150 bis 300 Euro pro Zaunfeld. Und dann sind Sie an Standardmaße gebunden, die nie genau passen. Einen Zaun selber zu bauen kostet Sie ein Wochenende, passt exakt in Ihren Garten und ist bis zu 50 % günstiger als eine Fertiglösung.
In dieser Anleitung erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um einen stabilen Zaun zu bauen. Von der Wahl des Typs und Materials über das Setzen der Pfosten und die Montage der Scharniere bis hin zur Pflege, die Ihren Zaun jahrelang schön hält. Mit Materialliste, Kostenvergleich und den Fehlern, die Sie vermeiden sollten.
Welchen Zauntyp möchten Sie bauen?
Der Zauntyp bestimmt, welche Materialien Sie brauchen, wie Sie bauen und was es kostet. Wählen Sie zuerst den Typ, bevor Sie zum Baumarkt fahren.
Gartenzaun (niedrige Einfriedung)
Ein niedriger Zaun von 80 bis 120 cm Höhe, gedacht zur Abgrenzung Ihres Gartens, ohne die Sicht zu versperren. Zum Beispiel für den Vorgarten oder als Trennung zwischen Garten und Terrasse. Oft mit senkrechten oder waagerechten Latten.
Geeignet für: Vorgärten, dekorative Abgrenzung, Haustiere im Garten halten.
Sichtschutzzaun
Ein hoher Zaun von 150 bis 200 cm, der Privatsphäre bietet. Das ist die häufigste Variante in deutschen Gärten. Meist mit geschlossenen Brettern, damit Nachbarn nicht hineinsehen können. Kann als Zaun mit geraden Brettern oder als Sichtschutzelement mit Flechtwerk ausgeführt werden.
Geeignet für: Hintergärten, Privatsphäre, Windschutz, Grundstücksgrenzen.
Zierzaun
Ein dekorativer Zaun, der gut aussieht, aber weniger auf Sichtschutz ausgelegt ist. Zum Beispiel ein weiß lackierter Zaun im Landhausstil, ein Lattenzaun um den Vorgarten oder eine schmiedeeiserne Optik. Oft niedriger und mit offener Konstruktion.
Geeignet für: Vorgärten, Landhausstil, dekorative Gärten.
Gartentor (Zauntor)
Ein einzelnes oder doppeltes Drehtor, das als Durchgang dient. Die Konstruktion muss stabiler sein als bei einem festen Zaun, denn ein Tor hängt an Scharnieren und wird täglich geöffnet und geschlossen. Hier kommt besondere Aufmerksamkeit für Scharniere und Schließwerk hinzu.
Geeignet für: Zugang zum Hintergarten, Einfahrt, Seitenweg.
| Typ | Höhe | Schwierigkeitsgrad | Kosten pro Meter (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| Gartenzaun (niedrig) | 80 – 120 cm | Anfänger | 25 – 60 € |
| Sichtschutzzaun | 150 – 200 cm | Mittel | 45 – 120 € |
| Zierzaun | 60 – 120 cm | Mittel | 50 – 100 € |
| Gartentor | 100 – 200 cm | Fortgeschritten | 80 – 200 € pro Tor |
Materialien vergleichen: Holz, Metall oder WPC?
Das Material bestimmt Optik, Lebensdauer und Pflegeaufwand Ihres Zauns. Jedes Material hat Vor- und Nachteile.
Holz
Mit Abstand das beliebteste Material für einen selbstgebauten Zaun. Einfach zu bearbeiten, bezahlbar und passt in praktisch jeden Garten. Die am häufigsten verwendeten Holzarten sind:
- Kesseldruckimprägnierte Kiefer — günstig, grünlicher Farbton, hält 15 – 20 Jahre. Die Standardwahl für Grundstückszäune.
- Douglasie — wärmerer Braunton, stärker als Kiefer, hält 20 – 25 Jahre. Beliebt für eine natürliche Ausstrahlung.
- Hartholz (Bangkirai, Ipé) — extrem haltbar (25 – 40 Jahre), aber teuer und schwer zu bearbeiten. Vorbohren ist Pflicht.
- Lärche — bezahlbare Alternative zu Hartholz, schöner goldbrauner Farbton, hält 20 – 25 Jahre.
- Fichte (unbehandelt) — nur geeignet, wenn Sie sie selbst mit Holzschutz behandeln. Unbehandelt fault sie innerhalb von 5 Jahren.
Metall
Stärker und pflegeleichter als Holz, aber schwieriger selbst herzustellen. Sie brauchen eine Metallsäge und oft ein Schweißgerät.
- Stahl (beschichtet/pulverbeschichtet) — schlicht und modern. Hält 30+ Jahre mit guter Beschichtung. Preisintensiv.
- Aluminium — leicht, rostet nicht, wartungsfrei. Biegt aber leichter als Stahl.
- Schmiedeeisen — klassische Optik, schwer und langlebig. Meist auf Maß bestellt, nicht wirklich zum Selberbauen geeignet.
WPC (Wood-Plastic-Composite)
Eine Mischung aus Holz und Kunststoff. Wartungsfrei, fault nicht, verfärbt sich kaum. Der Preis ist höher als bei Holz, aber Sie sparen bei der Pflege.
- Preis: ca. 60 – 120 € pro m² (Bretter)
- Vorteil: Kein Streichen, kein Faulen, farbbeständig
- Nachteil: Kunststoffanmutung, nicht zu schleifen oder nachzubearbeiten, Wärmeausdehnung
| Material | Lebensdauer | Pflege | Preis pro m² | Selbst zu bauen? |
|---|---|---|---|---|
| Kesseldruckimprägnierte Kiefer | 15 – 20 Jahre | Alle 3 – 5 Jahre lasieren | 10 – 20 € | Ja, einfach |
| Douglasie | 20 – 25 Jahre | Alle 3 – 5 Jahre ölen | 18 – 30 € | Ja, einfach |
| Lärche | 20 – 25 Jahre | Alle 3 – 5 Jahre ölen | 15 – 25 € | Ja, einfach |
| Hartholz | 25 – 40 Jahre | Jährlich ölen (optional) | 35 – 70 € | Ja, vorbohren |
| Stahl | 30+ Jahre | Alle 10 Jahre Beschichtung prüfen | 50 – 100 € | Schweißgerät nötig |
| WPC | 25+ Jahre | Keine | 60 – 120 € | Ja, ähnlich wie Holz |
Benötigte Materialien und Werkzeug
Materialien (für einen Holzzaun von 10 Metern, Höhe 120 cm)
- 6 Pfosten 9×9 cm, Länge 180 cm (60 cm im Boden)
- 4 Querriegel (waagerechte Träger) pro Zaunfeld, 4,5×7 cm
- Zaunlatten: senkrechte Bretter 1,5×10 cm oder 2×10 cm, Anzahl je nach Anordnung
- Schrauben: Edelstahl- oder verzinkte Holzschrauben 4×40 mm und 5×60 mm
- Beton (Trockenbeton oder Fertigbeton) für die Pfosten: ca. 2 Säcke à 25 kg pro Pfosten
- Pfostenträger (Alternative zu Beton): verstellbare Einschlaghülsen
- Scharniere: Schwere Torscharniere (mindestens 2, besser 3 pro Tor)
- Schließwerk: Riegel, Schieber oder Gartentorschloss
- Holzschutz: Lasur, Öl oder Außenfarbe
Werkzeug
- Akkubohrschrauber mit Bits
- Handkreissäge oder Kappsäge
- Wasserwaage (am besten 120 cm)
- Maßband und Bleistift
- Spaten und Erdbohrer (oder Handbohrer) für Pfostenlöcher
- Zwingen
- Schleifmaschine oder Schleifpapier (Körnung 80 und 120)
- Klebeband und Pinsel (für die Endbearbeitung)
- Richtschnur und Pflöcke für eine gerade Linie
Schritt-für-Schritt: Einen Holzzaun bauen
Diese Anleitung ist für einen Gartenzaun aus kesseldruckimprägnierter Kiefer oder Douglasie, 120 cm hoch, mit senkrechten Latten. Die Prinzipien gelten auch für höhere Sichtschutzzäune.
Schritt 1: Zaunlinie planen und ausmessen
Schlagen Sie Pflöcke an den Anfangs- und Endpunkten Ihres Zauns in den Boden. Spannen Sie eine Richtschnur zwischen den Pflöcken. Das ist Ihre Referenzlinie. Messen Sie die Gesamtlänge und teilen Sie diese in gleichmäßige Abschnitte von maximal 180 cm (der Standardabstand zwischen Pfosten).
Achtung: Berücksichtigen Sie bei einem Tor die Torbreite (mindestens 90 cm für den Durchgang, 300 cm für eine Einfahrt). Die Torpfosten müssen stärker sein: 9×9 cm oder 10×10 cm.
Schritt 2: Pfosten setzen
Das ist der wichtigste Schritt. Schiefe Pfosten bedeuten einen schiefen Zaun. Sie haben zwei Möglichkeiten:
Option A: Pfosten einbetonieren
Die stabilste Methode, besonders für hohe Zäune und Tore.
- Graben Sie Löcher von 60 cm Tiefe und 30×30 cm Breite (für Zäune bis 150 cm). Für Zäune über 150 cm: Graben Sie 80 cm tief.
- Schütten Sie 5 cm Kies auf den Grund für die Drainage.
- Stellen Sie den Pfosten ins Loch und prüfen Sie mit der Wasserwaage, ob er lotrecht steht. Prüfen Sie auf zwei Seiten.
- Mischen Sie Trockenbeton mit Wasser gemäß der Verpackungsanleitung und gießen Sie ihn ins Loch. Oder verwenden Sie Fertigbeton.
- Lassen Sie den Beton mindestens 24 Stunden aushärten, bevor Sie weiterbauen. Bei warmem Wetter: befeuchten, um Risse zu vermeiden.
Wie viel Beton pro Pfosten? Rechnen Sie mit 2 Säcken Trockenbeton à 25 kg pro Pfosten bei einer Lochtiefe von 60 cm.
Option B: Einschlaghülsen / Pfostenträger verwenden
Schneller und einfacher als Beton, aber weniger geeignet für hohe Zäune oder weichen Boden.
- Schlagen Sie eine Einschlaghülse (Pfostenträger mit Spitze) mit einem speziellen Einschlagwerkzeug in den Boden. Die Spitze geht 50 – 60 cm in den Boden.
- Stellen Sie den Pfosten in den Träger und ziehen Sie die Schrauben fest.
- Prüfen Sie mit der Wasserwaage und justieren Sie nach.
Vorteil: Keine Grabarbeiten, Pfosten steht sofort. Nachteil: Weniger stabil auf Lehmboden oder bei starkem Wind.
| Methode | Stabilität | Installationszeit pro Pfosten | Kosten pro Pfosten | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Einbetoniert | Sehr stabil | 30 – 45 min (+ 24 h Trockenzeit) | 8 – 12 € | Alle Zäune, Tore |
| Einschlaghülse | Stabil | 10 – 15 min | 12 – 20 € | Niedrige Zäune, fester Boden |
Schritt 3: Querriegel (waagerechte Träger) montieren
Die Querriegel bilden den Rahmen, an dem Sie die Latten befestigen. Verwenden Sie zwei oder drei Riegel pro Zaunfeld, abhängig von der Höhe:
- Zaun bis 120 cm: Zwei Riegel, auf 20 cm und 100 cm über dem Boden
- Zaun 120 – 200 cm: Drei Riegel, auf 20 cm, 100 cm und 170 cm über dem Boden
Schrauben Sie die Riegel mit 5×60 mm Schrauben an der Innenseite der Pfosten (Gartenseite) fest. Verwenden Sie pro Verbindung zwei Schrauben. Bohren Sie bei Hartholz immer vor, um Aufspalten zu vermeiden.
Tipp: Halten Sie den unteren Riegel mindestens 10 – 15 cm über dem Boden. Das verhindert Feuchtigkeitsschäden und gibt Ihnen Platz zum Rasenmähen unter dem Zaun.
Schritt 4: Zaunlatten befestigen
Jetzt wird die sichtbare Arbeit erledigt. Verteilen Sie die Latten gleichmäßig über den Querriegel. Bei einem geschlossenen Zaun lassen Sie keinen Abstand zwischen den Latten. Bei einem Lattenzaun halten Sie 3 – 5 cm Zwischenraum ein.
- Beginnen Sie an einem Pfosten und arbeiten Sie zur anderen Seite.
- Verwenden Sie einen Abstandhalter (eine Leiste in der gewünschten Zwischenraumbreite) für eine gleichmäßige Verteilung.
- Verschrauben Sie jede Latte mit zwei Schrauben pro Riegel (also 4 Schrauben pro Latte bei zwei Riegeln, 6 bei drei Riegeln).
- Prüfen Sie regelmäßig mit der Wasserwaage, ob die Latten lotrecht stehen.
Tipp: Wollen Sie einen geschwungenen Zaun (Bogenform oben)? Befestigen Sie erst alle Latten auf gleicher Höhe, zeichnen Sie dann den Bogen mit einer flexiblen Latte und sägen Sie alle Latten auf einmal ab. Das ist genauer, als jede Latte einzeln auf Maß zu sägen.
Schritt 5: Tor bauen und einhängen
Ein Tor ist ein loses Zaunfeld, das an Scharnieren hängt. Die Konstruktion muss stabiler sein, denn das Tor trägt sein eigenes Gewicht an den Scharnieren.
- Torrahmen bauen: Fertigen Sie ein Rechteck aus Querriegeln (oben, unten, zwei Seiten). Fügen Sie eine diagonale Strebe von der unteren Scharnierseite zur oberen Schlossseite hinzu. Diese Strebe verhindert, dass das Tor durchhängt.
- Latten befestigen auf dem Rahmen, genau wie beim Rest des Zauns.
- Scharniere montieren: Verwenden Sie mindestens zwei schwere Torscharniere (bei Toren über 120 cm: drei Scharniere). Schrauben Sie sie zuerst ans Tor, dann an den Pfosten.
- Tor einhängen: Lassen Sie mindestens 1 cm Spiel an der Unterkante für unebenen Boden.
- Schließwerk montieren: Wählen Sie einen Gartenriegel, ein Überfallschloss mit Vorhängeschloss oder ein Gartentorschloss mit Klinke.
Scharniere auswählen
| Scharniertyp | Tragfähigkeit | Geeignet für | Preis pro Set |
|---|---|---|---|
| Kreuzgehänge (T-Scharniere) | Bis 30 kg | Leichte Tore bis 100 cm | 5 – 15 € |
| Verstellbare Torscharniere | Bis 50 kg | Standard-Gartentore | 20 – 40 € |
| Schwere Kloben | Bis 80 kg | Breite und hohe Tore | 30 – 60 € |
| Selbstschließende Scharniere | Bis 40 kg | Tore, die automatisch schließen sollen | 35 – 50 € |
Wichtig: Verwenden Sie immer Edelstahl- oder verzinkte Scharniere. Unbehandelter Stahl rostet innerhalb einer Saison fest.
Schritt 6: Endbearbeitung und Schutz
Unbehandeltes Holz verwittert schnell. Tragen Sie innerhalb von zwei Wochen nach der Montage eine Schutzschicht auf:
- Lasur (transparent oder deckend): Zeigt die Holzstruktur, schützt vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung. Alle 3 – 5 Jahre erneuern.
- Holzfarbe (deckend): Vollständig deckend, bester Schutz. Beliebt in Weiß, Anthrazit oder Schwarz. Alle 5 – 7 Jahre erneuern.
- Holzöl: Natürliche Optik, zieht ins Holz ein. Jährlich nachbehandeln.
Tipp: Behandeln Sie auch die Stirnseiten der Bretter und die Unterseite der Pfosten extra. Dort beginnt Fäulnis zuerst.
Vorschriften: Was müssen Sie beachten?
Bevor Sie mit dem Bauen beginnen, prüfen Sie die Regeln. Sonst riskieren Sie, dass Sie Ihren Zaun wieder abreißen müssen.
Baugenehmigung
Die Vorschriften variieren je nach Bundesland und Gemeinde. Als grobe Orientierung:
- Bis 180 cm hoch im Hintergarten: In den meisten Bundesländern genehmigungsfrei, sofern der Zaun auf dem eigenen Grundstück steht und die Abstandsregeln eingehalten werden.
- Im Vorgarten: Oft auf 100-120 cm Höhe beschränkt, manchmal sind sogar Materialvorgaben zu beachten.
- Höher als 200 cm: In vielen Gemeinden genehmigungspflichtig.
- Denkmalschutz oder Erhaltungssatzung: Immer beim Bauamt nachfragen.
Prüfen Sie immer die Landesbauordnung (LBO) Ihres Bundeslandes und den Bebauungsplan Ihrer Gemeinde. Die Regelungen unterscheiden sich erheblich.
Grundstücksgrenze
- Ein Zaun auf der Grundstücksgrenze ist eine gemeinsame Angelegenheit. Ihr Nachbar muss zustimmen und sich an den Kosten beteiligen (50/50), wenn es eine gemeinschaftliche Einfriedung ist.
- Setzen Sie den Zaun komplett auf Ihr eigenes Grundstück? Dann bestimmen Sie selbst das Design, aber er darf nicht höher sein als von der Gemeinde erlaubt.
- Prüfen Sie immer das Katasteramt für die exakte Grundstücksgrenze. Ein Unterschied von 10 cm kann zu unangenehmen Diskussionen führen.
Nachbarrecht (BGB §§ 903 ff., Nachbarrechtsgesetze der Länder)
In den meisten Bundesländern gibt es Nachbarrechtsgesetze, die die Einfriedungspflicht regeln. Häufig gilt:
– Ihr Nachbar kann unter Umständen verlangen, dass Sie sich an einer ordnungsgemäßen Einfriedung beteiligen
– Die konkreten Regeln (wer einfrieden muss, in welcher Höhe, mit welchem Material) unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland
– Die Kosten werden in der Regel geteilt, wenn der Zaun auf der Grundstücksgrenze steht
Tipp: Besprechen Sie Ihre Pläne immer mit Ihren Nachbarn, bevor Sie anfangen. Das spart Ärger hinterher.
Kostenvergleich: Selber bauen vs. Fertigzaun kaufen
Die große Frage: Wie viel sparen Sie, wenn Sie es selbst machen? Hier ein Vergleich für einen geraden Sichtschutzzaun von 10 Metern, 180 cm hoch, aus kesseldruckimprägnierter Kiefer.
| Kostenposten | Selber bauen | Fertiger Sichtschutzzaun | Vom Fachbetrieb aufstellen lassen |
|---|---|---|---|
| Materialien (Pfosten, Riegel, Bretter) | 180 – 280 € | 300 – 500 € | 300 – 500 € |
| Beton und Befestigung | 50 – 80 € | Inbegriffen | 50 – 80 € |
| Scharniere und Schließwerk (Tor) | 30 – 60 € | 40 – 80 € | 40 – 80 € |
| Werkzeug (falls nicht vorhanden) | 0 – 150 € | entfällt | entfällt |
| Arbeitskosten | Kostenlos (Ihre eigene Zeit) | entfällt | 400 – 800 € |
| Endbearbeitung (Lasur/Farbe) | 30 – 50 € | Oft inbegriffen | 50 – 100 € |
| Gesamt | 290 – 620 € | 340 – 580 € | 840 – 1.560 € |
Selber bauen spart Ihnen vor allem Arbeitskosten. Verglichen mit einem Fachbetrieb sparen Sie schnell 400 bis 800 Euro auf 10 Meter Zaun. Und Sie bekommen genau das Design, das Sie wollen.
Beachten Sie: Wenn Sie kein Werkzeug haben, vermieten viele Baumärkte Handkreissägen, Erdbohrer und Akkubohrschrauber tageweise. Das spart eine größere Investition.
Häufige Fehler (und wie Sie sie vermeiden)
1. Pfosten nicht tief genug setzen
Der häufigste Fehler. Ein Pfosten, der nur 30 cm im Boden steckt, kippt beim ersten Sturm. Faustregel: Mindestens ein Drittel der gesamten Pfostenlänge steckt im Boden. Für einen Zaun von 180 cm verwenden Sie Pfosten von 270 cm (90 cm im Boden).
2. Keine diagonale Strebe im Tor
Ein Tor ohne Strebe hängt innerhalb eines Jahres durch. Die Strebe verläuft immer von der Unterkante an der Scharnierseite zur Oberkante an der Schlossseite. Nicht umgekehrt.
3. Falsche Schrauben verwenden
Normale Stahlschrauben rosten im Außenbereich innerhalb weniger Monate. Verwenden Sie immer Edelstahl (A2 oder A4) oder mindestens verzinkte Schrauben. Die Mehrkosten betragen ein paar Euro, die Ersparnis an Ärger ist unbezahlbar.
4. Zaun direkt auf dem Boden aufsetzen
Holz, das den Boden berührt, fault viel schneller. Halten Sie immer mindestens 5 cm Abstand zwischen der Unterkante des Zauns und dem Erdboden. Für die Pfosten: Verwenden Sie kesseldruckimprägniertes Holz oder behandeln Sie die Unterseite extra mit Holzschutz.
5. Nicht auf Leitungen und Kabel prüfen
Bevor Sie Löcher graben: Nutzen Sie eine Leitungsauskunft, um zu prüfen, ob Kabel oder Leitungen im Boden verlaufen. In Deutschland können Sie über das Serviceportal Ihres Netzbetreibers oder die Bundesnetzagentur Auskunft erhalten. Ein Spatenstich durch ein Glasfaserkabel wird teuer.
6. Beton nicht aushärten lassen
Ungeduld ist der Feind eines stabilen Zauns. Lassen Sie den Beton mindestens 24 Stunden (besser 48 Stunden) aushärten, bevor Sie Riegel und Latten montieren. Beginnen Sie zu früh, verschieben sich die Pfosten unter dem Gewicht.
Pflege: So hält Ihr Zaun jahrelang
Ein gut gepflegter Holzzaun hält 15 bis 25 Jahre. Vernachlässigen Sie ihn, ist er nach 5 bis 8 Jahren reif für den Austausch.
Jährliche Pflege
- Entfernen Sie Moos, Algen und Schmutz mit einer Bürste und Grüner Seife. Verwenden Sie einen Hochdruckreiniger nur auf niedriger Stufe (sonst beschädigt er die Holzfasern).
- Prüfen Sie alle Verbindungen: Sitzen die Schrauben noch fest? Laufen die Scharniere geschmeidig?
- Kontrollieren Sie die Unterseite der Pfosten auf Fäulnis. Weiches Holz an der Bodenlinie ist ein Zeichen, dass eine Erneuerung nötig ist.
Periodische Pflege (alle 3 – 5 Jahre)
- Schleifen Sie den Zaun leicht mit Körnung 120.
- Tragen Sie eine neue Schicht Lasur, Öl oder Farbe auf.
- Tauschen Sie eventuell morsche Bretter oder Riegel aus. Der Vorteil eines selbstgebauten Zauns: Sie tauschen nur das defekte Teil aus, nicht das ganze Zaunfeld.
Pflegetabelle nach Material
| Material | Jährlich | Alle 3-5 Jahre | Alle 10 Jahre |
|---|---|---|---|
| Kesseldruckimprägnierte Kiefer | Reinigen, prüfen | Neu lasieren | Pfosten auf Fäulnis prüfen |
| Douglasie | Reinigen, prüfen | Ölen | Pfosten auf Fäulnis prüfen |
| Hartholz | Reinigen | Optional ölen | Nichts, vergraut schön |
| WPC | Reinigen | Nichts | Nichts |
| Stahl (beschichtet) | Reinigen | Roststellen ausbessern | Beschichtung erneuern |
Häufig gestellte Fragen
Wie tief müssen die Pfosten eines Zauns im Boden stecken?
Mindestens ein Drittel der gesamten Pfostenlänge. Für einen 120 cm hohen Zaun verwenden Sie Pfosten von 180 cm (60 cm im Boden). Für einen 180 cm hohen Zaun verwenden Sie Pfosten von 270 cm (90 cm im Boden). Auf lockerem oder nassem Boden gehen Sie besser noch 10 cm tiefer.
Brauche ich eine Genehmigung für einen Zaun in meinem Garten?
Die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde. Im Hintergarten ist ein Zaun bis 180 cm Höhe meist genehmigungsfrei. Im Vorgarten gelten oft niedrigere Höhenbeschränkungen. Prüfen Sie immer den Bebauungsplan und die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, denn es können Ausnahmen gelten (Denkmalschutz, Eckgrundstücke).
Kann ich einen Zaun alleine bauen oder brauche ich Hilfe?
Einen niedrigen Gartenzaun können Sie problemlos alleine bauen. Bei einem hohen Sichtschutzzaun (180 cm+) oder einem breiten Tor sind helfende Hände praktisch: Jemand, der den Pfosten gerade hält, während Sie betonieren, oder der das Tor hebt, während Sie die Scharniere festschrauben.
Welches Holz ist am besten für einen Außenzaun?
Kesseldruckimprägnierte Kiefer bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die meisten Gartenzäune. Wollen Sie eine wärmere Ausstrahlung ohne Farbe? Wählen Sie Douglasie oder Lärche. Wollen Sie einen Zaun, der 25+ Jahre mit minimalem Pflegeaufwand hält? Dann entscheiden Sie sich für Hartholz wie Bangkirai.
Was kostet es, einen Zaun von einem Fachbetrieb aufstellen zu lassen?
Rechnen Sie mit 40 bis 80 Euro pro Meter für die Montage, zusätzlich zu den Materialkosten. Ein kompletter Holzzaun von 10 Metern durch einen Fachbetrieb kostet durchschnittlich 840 bis 1.560 Euro. Selber machen kostet 290 bis 620 Euro an Materialien.
Kann mein Nachbar sich weigern, sich an einem Grenzzaun zu beteiligen?
In den meisten Bundesländern regeln die Nachbarrechtsgesetze eine Einfriedungspflicht. Ob und in welchem Umfang Ihr Nachbar sich beteiligen muss, hängt vom jeweiligen Landesrecht ab. Steht der Zaun auf der Grundstücksgrenze, werden die Kosten in der Regel geteilt. Steht der Zaun vollständig auf Ihrem Grundstück, tragen Sie die Kosten allein, bestimmen aber auch selbst das Design.
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