Hundsohren (niederländisch ‘hondsoren’) sind die umgefalteten Enden von zum Beispiel Blei- oder Kupferrinnen und Anschlussblechen. Durch das Umfalten des Materials entsteht ein aufstehender Rand, der die Ecke wasserdicht schließt, ohne dass geschnitten und viel gelötet werden muss.
Wozu dienen sie?
An einer Ecke in einer Rinne oder einem Anschlussblech müsste man das Blech einschneiden, um es um die Ecke zu legen. An dem Schnitt entsteht dann eine Naht, die undicht werden kann. Faltet man das Blei oder Kupfer stattdessen zu einem Hundsohr um, bleibt das Material ganz und die Ecke ist sicher dicht. Der Name verweist auf die Form: ein schlaff umgefaltetes “Ohr”.
Anwendung
- Blei- und Kupferrinnen — an Ecken und Enden zum wasserdichten Abschluss
- Anschlussbleche — wo die Dachdeckung an einer Wand oder einem Schornstein hochgeht
- Als handwerkliche Lösung bei traditioneller Blei– und Zinkarbeit, bei der Löten möglichst vermieden wird
Im Mühlenbau hat Hundsohr eine andere Bedeutung: dort ist es eine Strebe (eine Art Kopfband) zwischen einem Achtkantständer und dem oberen Rahmenelement einer achteckigen Mühle.
Zu beachten
- Sauberes, straffes Umfalten verhindert Risse im Blei
- Ausreichende Überlappung und die richtige Faltrichtung (mit dem Wasser) sind für die Dichtheit wichtig
Verwandte Begriffe
- Blei
- Anschlussblech
- Dachrinne
- Zink
- Kopfband
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