Hängende Bögen sind ein baukundliches Motiv von Bögen, die ohne darunterliegende Pfeiler oder Säulen zu schweben scheinen. Die Bögen setzen an ihrem Fuß nicht auf einer bis zum Boden reichenden Stütze auf, sondern auf einem Kragstein oder einer Konsole hoch in der Wand oder am Gewölbe. Dadurch scheinen die Bögen gleichsam nach unten zu hängen.
Merkmale
Hängende Bögen sind vor allem ein dekoratives und räumliches Element:
- Keine durchgehende Stütze — der Bogen ruht nicht auf einem bis zum Boden durchlaufenden Pfeiler, sondern auf einer Konsole oder einem Kragstein
- Schwebender Eindruck — die Bögen suggerieren, frei im Raum zu hängen
- Reich bearbeitet — oft mit Maßwerk, hängenden Schlusssteinen oder Ziermotiven versehen
- Kombination mit Gewölben — hängende Bögen treten oft zusammen mit Hängegewölben und Fächergewölben auf
Anwendung
Hängende Bögen findet man vor allem in kirchlichen und repräsentativen Gebäuden:
- Gotische Kirchen und Kathedralen — als Teil reich verzierter Gewölbe und Wände
- Englischer Perpendicular Style — wo das Motiv zu großer Höhe entwickelt wurde
- Neugotik — bei Kirchen und Gebäuden des 19. Jahrhunderts, die die Gotik nachahmen
- Restaurierung — bei der Instandsetzung von denkmalgeschütztem Mauer- und Steinmetzwerk
Das Motiv ist mit dem Hängegewölbe verwandt, bei dem Rippen und Schlusssteine ebenfalls zu schweben scheinen. In den meisten Fällen ist der schwebende Eindruck vor allem ästhetisch: Die tatsächlichen Kräfte werden über die Konstruktion dennoch zu den Wänden und Strebepfeilern abgeleitet.
Verwandte Begriffe
- Bogen
- Hängegewölbe
- Bauordnung
- Kragstein
- Gewölbe
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