Eine Kastenrinne ist eine Dachrinne mit rechteckigem oder quadratischem Querschnitt, die zur kontrollierten Ableitung von Niederschlagswasser vom Dach dient und sich durch ihre geradlinige, moderne Optik von der klassischen halbrunden Rinne unterscheidet.
Aufbau und Materialien
Kastenrinnen bestehen typischerweise aus Titanzink, Kupfer, Edelstahl, Aluminium oder beschichtetem Stahlblech. Sie werden entweder als vorgefertigte Systemrinnen geliefert oder von Klempnern individuell vor Ort aus Blechzuschnitten gefertigt. Der kastenförmige Querschnitt bietet bei gleicher Breite ein größeres Fassungsvermögen als halbrunde Rinnen, was eine effizientere Wasserableitung ermöglicht.
Die Befestigung erfolgt über spezielle Rinnenhalter, die an der Traufe oder am Stirnbrett montiert werden. Die Verbindung einzelner Rinnenschüsse erfolgt durch Löten, Falzen oder Kleben, wobei ein Gefälle von mindestens 0,5 Prozent zum Ablaufstutzen eingehalten werden muss. Kastenrinnen können als vorgehängte Rinnen an der Traufe oder als innenliegende Rinnen in der Dachfläche ausgeführt werden.
Anwendung
Kastenrinnen werden bevorzugt bei modernen Gebäuden mit klarer Formensprache eingesetzt, wo eine geradlinige Optik gewünscht ist. Sie eignen sich besonders für Flachdächer, Pultdächer und kubische Architektur. Im Industriebau sind Kastenrinnen aufgrund ihres großen Aufnahmevolumens weit verbreitet.
Bei der Dimensionierung müssen die Dachfläche, die örtliche Regenspende und die Anzahl der Fallrohre berücksichtigt werden. Die Berechnung erfolgt nach DIN EN 12056-3. Kastenrinnen benötigen regelmäßige Wartung, da sich in den Ecken des rechteckigen Profils leichter Laub und Schmutz ansammeln als in halbrunden Rinnen. Laubschutzgitter können hier Abhilfe schaffen.
Verwandte Begriffe
- Dachrinne
- Fallrohr
- Traufblech
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