Geotextil ist ein gewebtes oder ungewebtes Kunststoffvlies aus Polypropylen (PP) oder Polyester (PET), das im Erd-, Straßen- und Wasserbau zum Trennen, Filtern, Dränen, Bewehren und Schützen eingesetzt wird.
Geotextilien werden aus witterungs- und verrottungsbeständigen Kunststofffasern hergestellt. Bei gewebten Produkten sind die Fäden kreuzweise verwoben, bei ungewebten (Vliesstoffen) werden die Fasern mechanisch vernadelt oder thermisch verbunden. Je nach Herstellung ergeben sich unterschiedliche Zugfestigkeiten und Durchlässigkeiten, die auf die jeweilige Bauaufgabe abgestimmt werden.
Funktionen
Geotextilien erfüllen im Bauwerk fünf Grundfunktionen:
- Trennen: Verhindert das Vermischen unterschiedlicher Bodenschichten
- Filtern: Lässt Wasser durch, hält Bodenpartikel zurück
- Dränen: Leitet Wasser in der Ebene ab
- Bewehren: Nimmt Zugkräfte auf und erhöht die Tragfähigkeit
- Schützen: Bewahrt Dichtungsbahnen vor mechanischer Beschädigung
Anwendung
Geotextilien kommen in zahlreichen Tiefbauprojekten zum Einsatz:
- Trennlage zwischen Untergrund und Tragschicht im Straßen- und Wegebau
- Filterschicht bei Drainagen und hinter Stützwänden
- Bewehrung von Böschungen und Dämmen (oft in Kombination mit Geogittern)
- Schutzlage für Kunststoffdichtungsbahnen bei Deponien und Teichen
- Grundlage für die Bodenverbesserung und Gründung auf weichem Baugrund
Aus Geotextil werden auch Sonderformen wie Geotubes gefertigt.
Verwandte Begriffe
- Drainage
- Geogitter
- Bodenverbesserung
- Gründung
- Geotube
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