Ein Rammpfahl ist ein Pfahl, der in den Boden gerammt wird, um die Last eines Gebäudes auf eine tiefere, tragfähige Bodenschicht zu übertragen. In Gebieten mit weichem Baugrund — wie Ton und Torf in grossen Teilen der Niederlande — kann ein Gebäude nicht direkt auf der Geländeoberfläche gegründet werden; die Rammpfähle ‘suchen’ eine feste Sandschicht tiefer im Boden.
Funktionsweise
Ein Rammpfahl trägt seine Last auf zwei Arten:
- Spitzendruck — die Pfahlspitze steht auf einer festen, tragfähigen Schicht (meist Sand)
- Positive Mantelreibung — die Reibung entlang des Pfahlschafts mit dem umgebenden Boden trägt mit
Der Pfahl wird mit einem Rammbär über eine Rammhaube in den Boden geschlagen, bis er die erforderliche Tiefe und Tragfähigkeit erreicht.
Arten von Rammpfählen
- Betonfertigpfähle — vorgefertigte, bewehrte Betonpfähle
- Ortbeton-Pfähle — Beton, der vor Ort in ein gebohrtes oder gerammtes Loch gegossen wird
- Stahlrohrpfähle — bei schweren Lasten oder beengtem Platz
- Holzpfähle — vor allem in älterer Bebauung
Worauf achten
- Pfahlplan und Berechnung — Anzahl, Länge und Typ ergeben sich aus Sondierung (Baugrunduntersuchung) und Statik
- Negative Mantelreibung — sich setzender Boden um den Pfahl kann eine abwärts gerichtete Kraft erzeugen; dies wird im Entwurf berücksichtigt
- Holzfäule bei Holzpfählen — trockenfallende Köpfe (niedriger Grundwasserstand) können zu Pfahlfäule und Gründungsschäden führen
Verwandte Begriffe
- Pfahlgründung
- Rammen
- Rammbär
- Tragfähigkeit eines Rammpfahls
- Baugrunduntersuchung
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