Eine Kerbverbindung ist eine Holzverbindung, bei der in ein Holzteil eine Kerbe — eine Ausklinkung quer zur Faser — eingearbeitet wird, in die das andere Holzteil fällt. Die Kerbe hat die Form und Dicke des anzuschließenden Teils, sodass die Teile straff ineinandergreifen.
Funktionsweise
Die Kerbverbindung ist eine der einfachsten traditionellen Verbindungen und lässt sich sowohl mit Handwerkzeug als auch maschinell herstellen. Weil das Holz in eine Ausklinkung fällt, hält die Verbindung dem Verrutschen besser stand als bloßes Zusammennageln:
- Die Wangen der Kerbe nehmen seitliche Kräfte auf
- Die Kontaktfläche ist größer, was beim Verleimen eine starke Haftung ergibt
- Die Teile liegen automatisch rechtwinklig und an der richtigen Stelle
Anwendung
- Kreuzende Riegel — zum Beispiel in einem Rahmen oder Unterzug
- Eckverbindungen — die bekannte halbe Überblattung, bei der in beiden Teilen die halbe Dicke weggenommen wird
- Gerüst- und Gartenholz — schnell herzustellen und stark genug für leichte Konstruktionen
Varianten und Hinweise
- Halbe Überblattung — ähnelt dem geraden Blattstoß, wird aber vor allem als Eckverbindung verwendet
- Verdeckte Kerbe — die Kerbe ist von außen nicht sichtbar
- Verstärke die Verbindung mit Leim, Schrauben oder Nägeln; lass sie ungeleimt für demontierbare Konstruktionen
- Säge knapp und steche passend aus für einen straffen Anschluss
Verwandte Begriffe
- Kerbstück
- Holzverbindungen
- Überblattung
- Zapfenverbindung
- Dübel
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.