Ein Pfahlkopfbalken — niederländisch “Kesp” — ist ein kurzer Verbindungsbalken aus Holz oder Beton, der quer über die Köpfe von zwei (oder mehr) Rammpfählen gelegt wird, um sie zu verbinden. Das Ganze aus Balken und den darunterliegenden Pfählen heißt Pfahljoch. Der Balken verteilt die Last des Mauerwerks oder des Längsholzes auf die Pfähle und gleicht kleine Höhenunterschiede der Pfahlköpfe aus.
Funktion
- Auf zwei nebeneinander gerammte Pfähle wird der Balken gelegt (klassische Amsterdamer Methode)
- Darauf kommt das Längsholz und darauf das Mauerwerk
- Da die Balkendicke variieren kann, müssen die Pfahlköpfe nicht exakt gleich hoch stehen
- Bei der Rotterdamer Methode mit einem Pfahl sitzt der Balken direkt auf dem Pfahlkopf
Anwendung
- Traditionelle Holzpfahlgründungen unter älteren Gebäuden in wasserreichen Gebieten
- Erkennbar bei Gründungssanierung und Baugrunduntersuchung an Denkmälern und Grachtenhäusern
Zu beachten
- Balken, Pfahlkopf und Längsholz müssen dauerhaft unter dem niedrigsten Grundwasserstand bleiben; fallen sie trocken, folgt Holzfäule (Pfahlfäule) und Setzung
- Ein sinkender Grundwasserstand ist die Hauptursache für Gründungsschäden bei diesem Typ
- Bei der Sanierung wird oft auf Beton- oder Stahlkonstruktionen umgestellt
Verwandte Begriffe
- Rammpfahl
- Amsterdamer Methode
- Tragfähigkeit eines Rammpfahls
- Gründung
- Gründungssanierung
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