Dachformen sind die verschiedenen geometrischen Ausführungen, in denen das Dach eines Gebäudes gebaut werden kann. Die Wahl der Dachform beeinflusst sowohl das Erscheinungsbild als auch Konstruktion, Wasserableitung, nutzbare Dachgeschossfläche und Kosten. Im deutschen Bauwesen existieren Dutzende Varianten, die oft aus der Kombination einiger Grundformen entstehen.
Hauptgruppe 1: Flachdächer
- Flachdach — nahezu horizontale Fläche mit mindestens 2 % Gefälle, abgedichtet mit Bitumen, EPDM oder Kunststoff-Folie
- Sheddach — aufeinanderfolgende Sägezähne, besonders im Industriebau für Nordlicht
- Pultdach mit geringer Neigung — Übergangsform zwischen Flach- und Steildach
Hauptgruppe 2: Einfache Steildächer
- Pultdach — eine geneigte Dachfläche, einfach und kostengünstig
- Satteldach — zwei geneigte Dachflächen mit zentralem First, klassische Wohnhausausführung
- Mansarddach — zwei Neigungen pro Seite, unten steil, oben flacher, bietet zusätzliche Dachgeschosshöhe
Hauptgruppe 3: Mehrflächige Steildächer
- Walmdach — vier Dachflächen (zwei lange, zwei kürzere dreieckige), Fassade ohne Giebel
- Zeltdach (Pyramidendach) — vier dreieckige Flächen, die in einem Punkt zusammenkommen, vor allem bei quadratischen Türmen
- Krüppelwalmdach — Satteldach mit kleinem abgewalmtem Stück oben
- Kreuzdach — zwei Satteldächer, die sich rechtwinklig kreuzen, oft über kreuzförmigem Grundriss
Hauptgruppe 4: Besondere Dachformen
- Tonnendach — gewölbte Dachfläche, vor allem im Industriebau und in der modernen Architektur
- Schmetterlingsdach — V-förmiges Dach mit Mittelkehle
- Schalendach — dünnes, gewölbtes Dach aus Stahlbeton oder Stahl
- Luftkissendach — gespannte Folie oder Plane über einer leichten Konstruktion
- Gründach — flaches oder leicht geneigtes Dach mit Bepflanzung und Substratschicht
Wahl einer Dachform
Bei der Wahl spielen mit:
- Bebauungsplan — Gemeinden schreiben oft eine Dachform vor
- Gestaltungssatzung — beurteilt, ob die Form zur Umgebung passt
- Nutzbare Fläche — ein Mansarddach bietet mehr Höhe als ein Zeltdach
- Konstruktion — symmetrische Dachformen sind einfacher zu errichten
- Energetische Leistung und Sonnenpotenzial — eine gut ausgerichtete geneigte Dachfläche eignet sich für PV-Module
Anwendung
In der Praxis treten häufig Kombinationen auf: ein Hauptkörper mit Satteldach, ein Anbau mit Flachdach und eine Dachgaube mit Pultdach. Es ist üblich, die Dachform bereits in der Entwurfsphase festzulegen, da sie weitreichende Konsequenzen für die gesamte Konstruktion hat.
Verwandte Begriffe
- Dachform
- Satteldach
- Walmdach
- Flachdach
- Mansarddach
- Pultdach
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