Eine Aussparung im Mauerwerk (niederländisch „inkassing”) ist eine senkrechte Nische oder „Tasche”, die der Maurer in einer Wand ausspart oder nachträglich herstellt, damit eine andere, noch zu errichtende Wand fest daran anschließen kann. Die Aussparung bildet den Aufnahmeraum für das anschließende Mauerwerk.
Warum eine Aussparung?
Wenn zwei Wände nicht gleichzeitig gemauert werden, muss die zweite Wand später gut mit der ersten verbunden werden. Eine Aussparung sorgt für einen festen Verband:
- Die neue Wand greift in die ausgesparte Nische und bildet so ein Ganzes mit der bestehenden Wand
- Sie verhindert eine durchgehende, schwache Stoßfuge über die volle Höhe
- Kräfte können zwischen beiden Wandteilen übertragen werden
Anwendung
- Abschnittsweises Mauern — beim Anschließen einer später gebauten (Innen-)Wand an eine bereits stehende Wand
- An- und Umbau — eine neue Wand in eine bestehende Fassade oder Trennwand einbinden
- Fundamentsanierung — vorübergehende Aussparungen für das Durchführen von Betonbalken, Pfählen oder Pressen
- Wasserbau — Aussparungen in Kai- und Deichkonstruktionen
Zu beachten
- Eine Aussparung schwächt die Wand vorübergehend; bei größeren Aussparungen kann ein Sturz oder eine vorübergehende Abstützung nötig sein
- Für einen guten Anschluss werden oft zusätzlich ein Maueranker oder Zugband verwendet
- Berücksichtigen Sie den Mauerwerksverband, damit der Anschluss sauberen Schichten folgt
Verwandte Begriffe
- Mauerwerk
- Stoßfuge
- Maueranker
- Verband
- Fundamentsanierung
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