Was ist ein Schieferhammer?

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Ein Schieferhammer, auch Dachdeckerhammer für Schiefer genannt, ist das zusammengesetzte Handwerkzeug, mit dem der Schieferdecker Steine zuhaut, Löcher für die Befestigung schlägt und Nägel eintreibt oder herauszieht. Es ist kein gewöhnlicher Hammer, sondern gleich vier Werkzeuge in einem — genau abgestimmt auf die Arbeit auf der Dachfläche, wo keine Werkbank danebensteht.

Der Hammer wiegt üblicherweise zwischen 400 und 800 Gramm — leicht genug, um den ganzen Tag damit zu arbeiten und einen Stein nicht zu brechen, schwer genug, um einen Nagel in die Schalung zu treiben.

Die Teile und wozu sie dienen

  • Die Spitze an der einen Seite des Kopfes schlägt das Loch, durch das der Schiefernagel geht. Das geschieht von der Unterseite des Steins nach oben, sodass der Durchschlag oben einen kleinen Trichter bildet, in dem der Nagelkopf versenkt liegt. Ohne dieses Versenken wippt der darüberliegende Stein auf dem Nagelkopf.
  • Die Bahn an der anderen Seite treibt die Schiefernägel ins Holz.
  • Das birnen- oder schlüssellochförmige Loch in der Mitte des Kopfes dient zum Herausziehen von Nägeln — unentbehrlich bei Reparaturarbeiten.
  • Die angeschrägten Seiten des Stiels bilden die Schneide, mit der der Stein zugehauen wird. Manche Ausführungen sind ausdrücklich für Links- oder Rechtshänder; wählen Sie die zu Ihrer Arbeitshand passende.

Arbeiten mit der Haubrücke

Zugehauen wird praktisch immer zusammen mit einer Haubrücke (auch Hauklotz oder Haueisen): eine Stahlkante oder ein Block, den man an der Traufe oder an einem Auflager befestigt und über den der Stein gelegt wird. Der Stein steht über die Kante vor, die Schneide des Hammers haut daran entlang, und die Kante dient als Führung und als Gegenhalter.

So entsteht die kennzeichnende, leicht schräg gehauene Kante eines handbearbeiteten Steins: sie ist unterseitig etwas breiter, wodurch das Wasser abläuft und nicht nach innen kriecht. Das ist keine ästhetische Zufälligkeit, sondern eine funktionale Eigenschaft — mit einem rechtwinkligen Sägeschnitt erhält man sie nicht.

Praxistipps

  • Immer mit der richtigen Seite des Steins nach oben hauen. Die Anschrägung gehört auf die Unterseite; falsch herum gehauen zieht die Kante Wasser nach innen.
  • Das Nagelloch erst schlagen, wenn der Stein auf Maß ist. Sonst sitzt es nach dem Zuhauen an der falschen Stelle.
  • Keinen gewöhnlichen Klauenhammer verwenden. Ein normaler Hammer hat weder Spitze noch Schneide und eine zu große Bahn; Schiefer bricht darunter unkontrolliert.
  • Die Spitze scharf halten. Eine stumpfe Spitze zersplittert den Stein rings um das Loch, statt ihn sauber zu durchschlagen.
  • Sicher auf dem Dach arbeiten. Leiter mit Dachhaken und eine ordentliche Absturzsicherung verwenden; Schiefer ist glatt und nicht begehbar.
  • Zum Ziehen festsitzender Nägel unter einem liegenden Stein greift der Dachdecker zum Nagelzieher; der ist dafür besser geeignet als das Loch im Hammerkopf.

Verwandte Begriffe

  • Schieferdach
  • Schieferhaken
  • Dachschiefer
  • Hammer
  • Klauenhammer
  • Dachschalung
  • Dachneigung

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