Eine Agraffe ist ein dekoratives Bauelement in der Architektur, das als verzierter Schlussstein über einem Bogen, Fenster oder einer Tür angebracht wird. Die Agraffe ragt dabei über die Bogenlaibung hinaus und verbindet den Bogen optisch mit dem darüber liegenden Gesims oder Mauerwerk.
Geschichte und Herkunft
Die Agraffe hat eine lange architektonische Tradition:
- Ursprung im Barock und in der Renaissance-Architektur
- Abgeleitet vom französischen Wort “agrafer” (anheften, anklammern)
- Höhepunkt in der Fassadengestaltung des 17. und 18. Jahrhunderts
- Verbreitung vor allem in der europäischen Palast- und Sakralarchitektur
Anwendung
In der Architektur wird die Agraffe in verschiedenen Zusammenhängen verwendet:
- Fassadengestaltung: Als dekoratives Element über Fenstern und Türen herrschaftlicher Gebäude
- Schlussstein: Die Agraffe kann als verlängerter Schlussstein eines Bogens ausgeführt sein
- Verbindungselement: Sie verbindet optisch den Bogen mit dem darüber liegenden Stockwerksgesims
- Denkmalschutz: Bei der Restaurierung historischer Fassaden müssen Agraffen originalgetreu wiederhergestellt werden
- Historisches Bauen: Bei Neubauten im historischen Stil werden Agraffen als Stilelement eingesetzt
Ausführungsformen
Agraffen können in verschiedenen Formen auftreten:
- Konsolstein: Als vorstehender, reich verzierter Stein
- Maskenförmig: Mit einem Gesicht oder einer Fratze verziert (Maskaron)
- Voluten: Mit schneckenförmigen Verzierungen
- Pflanzenmotive: Mit Blatt- oder Blumenornamenten
- Schlicht: Als einfacher, leicht vorstehender Keilstein
Verwandte Begriffe
- Schlussstein
- Gesims
- Fassadenornament
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