Ein Tennentor ist ein breites Doppeltor in der Seiten- oder Giebelwand eines Hallenhauses, durch das beladene Erntewagen die zentrale Dreschtenne (in den Niederlanden „dars” oder „deel”) befahren konnten. Es ist ein typisches Merkmal des nordwesteuropäischen Hallenhauses und prägt dessen charakteristische Silhouette.
Funktion des Tennentors
Im Hallenhaus war die Tenne der zentrale Arbeitsraum: Hier wurde gedroschen, Heu gelagert und die Ernte angefahren. Das Tor musste groß genug für einen hoch beladenen Wagen sein – häufig über zwei Meter breit und ebenso hoch. Über dem Tor befindet sich oft eine separate Heuluke, durch die mit Seil und Rolle Heu auf den Heuboden gehievt wurde.
Lage und Ausführung
Das Tennentor sitzt meist im Giebel (an der Rückseite) des Hallenhauses, gegenüber dem Wohnbereich an der Vorderseite. In manchen Regionen liegt es in der Seitenwand. Das Tor besteht aus zwei Flügeln, die nach außen aufschlagen, oft mit diagonaler Verschalung (Andreaskreuzen) zur Aussteifung.
Anwendung und Umnutzung
Bei bestehenden Hallenhäusern wird das Tennentor häufig auch nach dem Umbau zum Wohnhaus beibehalten, weil es das Erscheinungsbild prägt. Bei der Restaurierung wird hinter den originalen Toren oft eine Glasfüllung eingebaut, damit Tageslicht hereinfällt, ohne das authentische Bild zu stören. Im ländlichen Neubau dient das Tennentor manchmal als Zitat.
Verwandte Begriffe
- Hallenhaus
- Bauernhof
- Tenne (Dreschdiele)
- Andreaskreuz
- Heuboden
- Heuluke
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