Ein Scheindach ist eine nicht-funktionale Dachkonstruktion, die von aussen wie ein echtes Dach aussieht, aber innen keinen nutzbaren Raum bietet. Das Scheindach hat eine rein aesthetische oder bautechnische Funktion: Das Gebaeude erhaelt das Erscheinungsbild eines Schraegdaches, waehrend die Decke des obersten Geschosses horizontal ausgefuehrt ist.
Warum ein Scheindach?
- Aesthetik — ein Schraegdach fuegt sich besser in die Umgebung ein als ein Flachdach
- Bebauungsplan — manche Gemeinden verlangen ein Schraegdach; ein Scheindach erfuellt diese Anforderung
- Wasserableitung — ein Schraegdach leitet Wasser besser ab als ein Flachdach
- Daemmung — die Luftschicht zwischen Decke und Dach wirkt als zusaetzliche Isolierung
Scheindach vs. regulaeres Dach
| | Scheindach | Regulaeres Dach |
|—|—|—|
| Nutzbarer Dachboden | Nein | Ja |
| Decke | Horizontal, unter dem Dach | Schraege Waende moeglich |
| Konstruktion | Leichtere Binder moeglich | Schwerere Konstruktion noetig |
| Kosten | Guenstiger (kein Boden/keine Treppe noetig) | Teurer |
Konstruktion
Ein Scheindach ist meist aufgebaut aus:
- Leichten Bindern oder Pfetten auf der obersten Geschossdecke
- Dachschalung und Dacheindeckung (Ziegel, Schiefer)
- Belueftungsoeffnungen im Giebel oder Dachueberstand
- Daemmung auf oder in der horizontalen Decke (nicht im Dach selbst)
Besondere Hinweise
- Belueftung — der Raum unter dem Scheindach muss belueftet werden, um Feuchtigkeitsprobleme zu vermeiden
- Zugang — eine Inspektionsluke vorsehen, um den Raum kontrollieren zu koennen
- Umbau — ein Scheindach kann nachtraeglich zu einem nutzbaren Dachboden ausgebaut werden, sofern die Konstruktion es zulaesst
Verwandte Begriffe
- Dach
- Dachbinder
- Geschossdecke
- Pfetten
- Dachschalung