Was ist ein Querdach?
Ein Querdach ist eine Dachform, deren Firstlinie quer zur Hauptrichtung eines Gebäudes verläuft, sodass die Giebelseiten parallel zur Straße oder Schaufassade liegen. Das Querdach ist charakteristisch für Häuser und Bauernhöfe mit einem auffälligen Vorderhaus, für Anbauten an Hauptgebäuden und für moderne Architektur mit gestapelten oder gespiegelten Dachvolumen.
Merkmale
- Firstrichtung — senkrecht zur Längsachse des Gebäudes
- Giebelseiten — vorn und hinten, oft verziert oder mit Schmuckgiebel
- Dachflächen — fallen nach links und rechts ab, parallel zur Schaufassade
- Rinnen — befinden sich an den Seitenwänden, nicht an Vorder- und Rückseite
Anwendung
Ein Querdach findet sich bei:
- Querhausbauernhöfen — Wohnhaus mit Querdach, Scheune mit Längsdach
- Anbauten und Erweiterungen — kleines Querdach als Vergrößerung
- Maisonette-Wohnungen — zusätzliches Geschoss als visuelles Element
- Architektonischen Akzenten — abwechselnd längs und quer ausgerichtete Volumen
- Historischen Stadthäusern — Treppengiebel mit querstehendem Dach
Vorteile
- Visueller Reichtum — zwei sichtbare Giebel zur Straße
- Tageslicht — zusätzliche Fenster in den Seitenflächen
- Variation — Längs- und Querdach erzeugen komplexe Formen
- Funktionsteilung — Wohn- und Wirtschaftsteil räumlich getrennt
Hinweise
- Regenwasserableitung — die Rinnen sitzen an ungewohnter Stelle
- Walme und Kehlen — beim Zusammentreffen mit einem Längsdach entstehen komplexe Anschlüsse
- Konstruktion — manchmal ist ein eigenes Sparrenwerk erforderlich
- Denkmalschutz — bei Denkmälern ist häufig eine Genehmigung notwendig
Unterschied zum Längsdach
| Dachform | Firstrichtung | Giebel |
|---|---|---|
| Längsdach | Parallel zur Schaufassade | Seitlich |
| Querdach | Senkrecht zur Schaufassade | Vorne und hinten |
| Kreuzdach | Kombination | Auf mehreren Seiten |
Verwandte Begriffe
- Dachform
- Satteldach
- Walm
- Querhausbauernhof
- Dachkonstruktion
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