Ein Punktfundament ist ein Betonblock, der als Gründungspunkt für eine Holz- oder Stahlkonstruktion dient. Anstelle eines durchgehenden Betonstreifens (Streifenfundament) werden einzelne Punktfundamente an strategischen Stellen platziert — meist unter den Ecken und Kreuzungspunkten der Konstruktion. Punktfundamente sind die am häufigsten verwendete Gründung bei Gartenhäusern, Überdachungen, Holzterrassen und leichten Schuppen.
Wie funktioniert ein Punktfundament?
Ein Punktfundament verteilt das Gewicht der Konstruktion auf eine größere Grundfläche:
- Der Pfosten oder die Stütze steht auf dem Punktfundament (oder wird darin verankert)
- Das Punktfundament verteilt die Punktlast auf seine gesamte Fläche
- Der Boden trägt das Gewicht
Das Prinzip ist dasselbe wie bei Schneeschuhen: Je größer die Aufstandsfläche, desto weniger sinkt die Konstruktion ein.
Arten von Punktfundamenten
Fertigteil-Punktfundament
Fertige Betonblöcke, die im Baumarkt erhältlich sind. Mit und ohne Loch oder Hülse für den Pfosten verfügbar.
| Typ | Abmessung (Richtwert) | Anwendung |
|---|---|---|
| Kleines Punktfundament | 30x30x30 cm | Holzterrassen, leichte Pergolen |
| Mittleres Punktfundament | 40x40x40 cm | Gartenhäuser, Überdachungen |
| Großes Punktfundament | 50x50x50 cm | Schuppen, Carports |
Selbst gegossenes Punktfundament
Bei schwereren Konstruktionen oder wenn tiefer gegründet werden muss, kann man Punktfundamente selbst gießen:
1. Ein Loch bis unter die Frostgrenze graben (60-80 cm)
2. Den Boden verdichten
3. Eine Schalung herstellen
4. Gegebenenfalls Bewehrung einlegen
5. Beton gießen (mindestens C20/25)
Schraubfundament (Erdschraube)
Eine Stahlschraube, die in den Boden gedreht wird. Schnelle Montage, kein Aushub nötig. Geeignet für leichte bis mittelschwere Konstruktionen.
Punktfundament setzen — Schritt für Schritt
1. Abstecken — Die genauen Positionen mit Pflöcken und Schnur markieren. Das Kreuzmaß prüfen (Diagonalen müssen gleich sein).
2. Graben — Pro Punktfundament ein Loch graben. Tiefe: mindestens 30 cm für leichte Konstruktionen, 60-80 cm bei Frostgefahr.
3. Verdichten — Den Boden mit einem Handstampfer verdichten.
4. Kiesbett — 5-10 cm Kies als Drainageschicht einbringen.
5. Punktfundament setzen — Das Fundament waagerecht ausrichten. Mit Wasserwaage oder Laser prüfen, dass alle Fundamente auf gleicher Höhe stehen.
6. Pfostenträger montieren — Einen verstellbaren Pfostenträger auf dem Fundament befestigen (hält das Holz vom Beton fern).
Häufige Fehler
- Fundamente nicht auf gleicher Höhe — Die gesamte Konstruktion wird dann schief. Linienlaser oder Richtlatte mit Wasserwaage verwenden.
- Zu flach gesetzt — Bei Frost kann das Fundament nach oben gedrückt werden. Mindestens 30 cm tief, besser 60 cm.
- Holz direkt auf Beton — Feuchtigkeit zieht aus dem Beton ins Holz. Immer einen Pfostenträger oder Bleistreifen als Trennung verwenden.
- Kreuzmaß nicht geprüft — Die Konstruktion steht dann nicht rechtwinklig.
Verwandte Begriffe
- Betonfundament
- Pfostenträger
- Flachgründung
- Streifenfundament
- Kreuzmaß
- Wasserwaage