Ein Modul ist das feste Grundmaß, nach dem ein Gebäude bemaßt wird: Alle Hauptabmessungen sind ein Vielfaches davon. International ist das Grundmodul in ISO 1006 auf 1 M = 100 mm festgelegt. ISO 2848 führt diese modulare Maßordnung weiter aus, mit Vorzugsmaßen in Vielfachen von 3 M (300 mm) und 6 M (600 mm).
Im Bauwesen hat das Wort daneben eine zweite Bedeutung: Ein Modul ist auch ein vollständiges, im Werk gefertigtes Bauteil — ein Badmodul, ein Fassadenmodul oder eine Raumzelle im Modulbau.
Warum es Modulmaße gibt
Ohne gemeinsame Maßvereinbarung passt nichts zusammen. Weil alles auf demselben Grundmaß aufbaut, können Hersteller Produkte anbieten, die ohne Passstücke ineinandergreifen. Erkennbare Folgen:
- Plattenwerkstoffe in 1250 × 2500 mm bzw. 1200 × 2400 mm
- Achsabstände von 300, 400 und 625 mm für Ständer, Sparren und Balken
- Fenster und Küchenschränke in Schritten von 100 oder 50 mm
- Rasterdecken mit 600 × 600 mm
Anwendung
- Im Raster entwerfen. Wählen Sie Hauptmaße (Achsmaß, Geschosshöhe, Fassadenfeld) in Vielfachen von 100 mm. Das spart auf der Baustelle viel Zuschnitt
- Nennmaß und Baurichtmaß. Das Modulmaß ist das Rechenmaß einschließlich Fuge. Ein Ziegel mit 240 mm Länge ergibt mit 10 mm Fuge ein Baurichtmaß von 250 mm; immer mit dem Maß einschließlich Fuge rechnen
- Beplankung. Stimmen Sie den Achsabstand der Unterkonstruktion auf die Plattenbreite ab, damit jede Plattenkante auf einem Ständer liegt
- Modulbau. Bei Raumzellen bestimmt oft der Straßentransport das Maß. Für Großraumtransporte gelten eigene Genehmigungen; die Breite deshalb früh mit dem Hersteller abstimmen
- Altbau. Im Bestand stimmt das Raster fast nie. Jede Öffnung einzeln aufmessen und nicht vom Nennmaß ausgehen
Verwandte Begriffe
- Maßordnung
- Fertigteil
- Fenster
- Ziegel
- Modulbau
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