Was ist ein Lichtband?

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Ein Lichtband ist eine langgestreckte Tageslichtkonstruktion im Dach: ein Rahmenwerk aus Aluminium oder Stahl mit Glas- oder Kunststofffüllungen, das über eine größere Länge Licht in den darunterliegenden Raum bringt. Wo eine Lichtkuppel einen Punkt belichtet, belichtet ein Lichtband einen Streifen oder einen ganzen Raum.

Lichtbänder finden sich über Werkhallen, Läden, Großraumbüros, Atrien, Fluren und Schwimmbädern — und in Wohnhäusern über einem Anbau, einer Küche oder einem Treppenauge.

Formen

  • Pultform: eine geneigte Fläche, oft an eine höhere Wand angeschlossen.
  • Satteldachform: zwei geneigte Flächen mit First in der Mitte. Das klassische Hallenlichtband.
  • Tonnenform: ein gekrümmter Querschnitt, meist in Kunststoff oder gebogenem Glas.
  • Pyramiden- oder Laternenform: vier geneigte Flächen, häufig über einem quadratischen Raum.
  • Sheddach: eine Reihe nach Norden gerichteter Lichtbänder, sodass viel Licht ohne direkte Sonne einfällt. Nach wie vor eine ausgezeichnete Lösung für Arbeitsräume.

Von einer ebenen, waagerechten Ausführung ist abzuraten: Wasser bleibt stehen, Schmutz haftet an, und die Verschmutzung ist von innen sichtbar. Einem Lichtband immer etwas Neigung geben.

Aufbau

  1. Der Aufsetzkranz. Eine gedämmte Aufkantung, auf der das Lichtband steht und an der die Dachabdichtung hochgeführt wird. Ausreichende Höhe ist entscheidend, um aufstauendes Wasser und Schnee zu halten.
  2. Das Profilsystem. Aluminium oder Stahl, thermisch getrennt. Ein nicht getrenntes Profil ist eine Wärmebrücke, die im Winter reichlich Kondensat liefert.
  3. Die Füllung. Isolierglas (klar, sonnenschützend oder als Verbundsicherheitsglas) oder Kunststoff-Stegplatte. Glas ist klarer und dauerhafter, Kunststoff leichter und günstiger.
  4. Die Kondensatrinne. Gut durchdachte Systeme haben in den Profilen eine Rinne, die Kondensat und gelegentlich eindringendes Wasser auffängt und nach außen abführt. Dieses Bauteil wird oft vergessen und ist dann die Quelle „unerklärlicher” Tropfen.

Entwurfshinweise

  • Überhitzung ist das eigentliche Risiko. Eine waagerechte oder flach geneigte Dachfläche empfängt im Sommer mehr Sonnenenergie je Quadratmeter als eine Fassade. Ein Lichtband nach Süden ohne Sonnenschutzglas oder außenliegenden Sonnenschutz macht den Raum darunter im Juli unbenutzbar.
  • Lüftung oder RWA. Zu öffnende Flügel führen Wärme ab; in Gebäuden mit Rauch- und Wärmeabzugsanforderung werden Flügel als RWA-Klappe ausgeführt.
  • Sicherheit. Kunststoff und einfaches Glas im Dach sind nicht begehbar. Wo Menschen aufs Dach gehen: Durchsturzsicherung oder als durchsturzsicher bewertetes Verbundsicherheitsglas.
  • Wartung und Reinigung. Vor dem Bau überlegen, wie man später herankommt: Anschlagpunkte, ein Laufweg, ein Aufstellplatz für die Hubarbeitsbühne. Ohne Reinigung sinkt die Lichtausbeute Jahr für Jahr.
  • Laubabfuhr. Wo ein Lichtband an eine höhere Wand oder zwischen Dachflächen stößt, entsteht eine Rinne, die mit Laub volläuft. Die Inspektion einplanen.
  • Genehmigung. Ein Lichtband ist eine Änderung des Dachs; bei einem Denkmal, in einem Erhaltungsgebiet oder bei einer Eigentümergemeinschaft können zusätzliche Anforderungen gelten.

Verwandte Begriffe

  • Lichtkuppel
  • Lichthaube
  • Aufsetzkranz
  • Obergaden
  • Flachdach
  • Tageslichtquotient
  • Lichtdurchlässigkeit

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