Eine Seilwinde ist ein Zuggerät, bei dem ein Seil, eine Kette oder ein Gurt auf eine Trommel gewickelt wird, um eine Last zu bewegen. Durch die Übersetzung zwischen Antrieb und Trommel erzeugt eine Winde eine weit größere Zugkraft, als ein Mensch unmittelbar aufbringen kann.
Auf der Baustelle begegnen einem Winden beim Hochziehen von Material entlang eines Schrägaufzugs, beim Heranziehen von Balken und Stämmen, beim Spannen von Konstruktionen und als Antrieb kleiner Bauaufzüge.
Bauarten
- Handwinde. Eine Trommel mit Kurbel und Zahnradübersetzung. Günstig und zuverlässig, aber langsam. Eine gute Handwinde hat eine Lastdruckbremse, die die Trommel hält, sobald die Kurbel losgelassen wird — ohne diese Bremse ist das Gerät gefährlich.
- Elektrowinde. Von einem Elektromotor angetrieben, mit einer Bremse, die bei Stromausfall selbsttätig einfällt. Für Bauarbeiten die verbreitetste Ausführung.
- Greifzug (Seilzuggerät). Eine Winde ohne Trommel, die das Seil mit Klemmbacken durchschiebt. Der Vorteil: Die Seillänge ist unbegrenzt und die Zugkraft bleibt konstant — bei einer Trommelwinde nimmt die Zugkraft ab, je mehr Seil aufgewickelt ist.
- Bauaufzug mit Schwenkarm. Eine Winde mit Ausleger, der am Gerüst oder am Fensterrahmen befestigt wird, um Material nach oben zu ziehen.
Tragfähigkeit: Ziehen ist nicht Heben
Das ist der wichtigste Punkt und wird in der Praxis häufig übergangen. Eine Winde, die zum Ziehen über eine Fläche geprüft ist (etwa eine Kfz- oder Bootswinde), darf keine Last heben. Beim Heben hängt die volle Last am Seil und nichts fängt sie auf, wenn etwas bricht; beim Ziehen ruht die Last auf dem Boden. Heben ist nur mit Geräten zulässig, die ausdrücklich dafür geprüft und mit einer Hublastangabe gekennzeichnet sind.
Auf die Kennzeichnung achten:
- WLL (Working Load Limit) — die zulässige Arbeitslast. Niemals überschreiten.
- Die erste Seillage. Die angegebene Zugkraft gilt meist bei nahezu leerer Trommel. Ist die Trommel voll, wächst der Hebelarm und die tatsächliche Zugkraft sinkt erheblich.
- Mindestens drei Windungen auf der Trommel belassen. Die Seilbefestigung in der Trommel ist nicht für die volle Last ausgelegt.
Seil und Sicherheit
- Das Seil vor jedem Einsatz prüfen. Drahtbrüche, Knicke, Korrosion und ein gequetschter Kern sind Ablegekriterien. Ein Seil mit sichtbarem Drahtbruch ist Abfall, kein Werkzeug.
- Nie in der Flucht des Seils stehen. Ein zurückschlagendes Stahlseil ist die häufigste schwere Verletzungsursache bei Windenarbeit. Bei schweren Zügen eine Decke oder einen Seildämpfer über das Seil legen.
- Handschuhe tragen beim Führen von Stahlseil und das Seil gleichmäßig auflaufen lassen; über Kreuz aufgewickeltes Seil beschädigt sich selbst.
- Solide verankern. Die Winde ist nie stärker als der Punkt, an dem sie befestigt ist. Ein Fensterrahmen oder eine Dachkante ist kein Anschlagpunkt.
Verwandte Begriffe
- Flaschenzug
- Umlenkrolle
- Schrägaufzug
- Hebezeug
- Stahlseil
- Baukran
- Anschlagmittel
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