Ein ‘hengst’ ist im niederländischen Baujargon ein Stein, der in Längsrichtung senkrecht gespalten wurde, sodass ein langer, schmaler Stein übrig bleibt. Es ist eine der vielen Bezeichnungen für Passstücke, die der Maurer vor Ort herstellt, um einen Verband aufgehen zu lassen.
Wozu dient es?
Beim Mauern muss der gewählte Verband an Ecken, Laibungen und rund um Öffnungen aufgehen. Standardsteine passen dann nicht immer, und es wird ein Passstück benötigt. Anders als ein quer abgeschlagener Stein (Riemchen bzw. Dreiviertelstein) ist ein ‘hengst’ längs gespalten, sodass der Stein schmaler, aber nicht kürzer wird.
Zu beachten
- Ein längs gespaltener Stein ist empfindlicher und bricht schneller; vorsichtig mit Kelle und Hammer arbeiten
- Passstücke möglichst an weniger sichtbaren Stellen einsetzen, da die gespaltene Seite rauer ist
- Zu viele Passstücke in einer Reihe deuten oft auf einen falsch eingeteilten Mauerverband hin; den Verband vorab berechnen
Anwendung
Der ‘hengst’ und verwandte Passstücke kommen vor allem beim traditionellen Ziegelmauerwerk vor. Bei Sichtmauerwerk wird ein möglichst ruhiges Fassadenbild mit wenigen sichtbaren Passstücken angestrebt.
Verwandte Begriffe
- Ziegel
- Dreiviertelstein
- Mauerverband
- Mauern
- Läuferverband
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