Ein Hängegewölbe ist ein Gewölbetyp, der scheinbar schwebt und dessen Rippen auf einer Art Körben oder hängenden Schlusssteinen ruhen. Diese herabhängenden Stützpunkte fungieren als Gewölbeschlüssel, die die Rippen tragen. Das Hängegewölbe wird auch als Tropfengewölbe bezeichnet, weil die hängenden Schlüssel wie herabtropfende Punkte nach unten kommen.
Merkmale
Das Hängegewölbe ist eine der komplexesten und dekorativsten Gewölbeformen:
- Schwebende Rippen — die Rippen scheinen frei im Raum zu hängen
- Hängende Schlusssteine (Körbe) — herabhängende Steinblöcke, an denen die Rippen zusammenkommen
- Reiches Maßwerk — oft kombiniert mit feinem Steinmetzwerk und fächerförmigen Rippen
- Vor allem dekorativ — der schwebende Eindruck ist in erster Linie ästhetisch gedacht
Anwendung
Das Hängegewölbe entstand und blühte vor allem im Spätmittelalter:
- Spätgotische englische Kirchen — im Perpendicular Style, wo diese Gewölbe zu großer Höhe entwickelt wurden
- Kapellen und Chöre von Kathedralen — als Prunkstück über dem repräsentativsten Teil
- Restaurierung — bei der Instandsetzung von denkmalgeschütztem Steinmetz- und Gewölbewerk
Obwohl der Effekt vor allem dekorativ ist, kann das Hängegewölbe auch konstruktiven Nutzen haben: Je breiter Gebäude wurden, desto mehr halfen die Rippen, die Kräfte über die hängenden Schlüssel dennoch zu den Wänden zu übertragen. Das Hängegewölbe ist eng mit dem Fächergewölbe und dem Motiv der hängenden Bögen verwandt.
Verwandte Begriffe
- Gewölbe
- Hängende Bögen
- Bogen
- Bauordnung
- Schlussstein
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