Ein Deckbalkengebinde ist eine Holzkonstruktion, bei der ein horizontaler Balken (der Deckbalken) oben auf zwei senkrechten Ständern aufliegt und mit diesen verbunden ist. Es ist eine der Hauptformen des niederländischen und norddeutschen Hallenhausgebindes und kommt vor allem in Dachkonstruktionen von Hallenhäusern, Scheunen und älteren Ställen vor – verwandt mit dem Ankerbalkengebinde.
Aufbau
Ein Deckbalkengebinde besteht aus drei Hauptteilen:
- Zwei Ständer (Stiele) — senkrechte tragende Hölzer
- Ein Deckbalken — Querbalken, der über die Ständer hinweg verläuft
- Kopfbänder — diagonale Streben zwischen Ständer und Deckbalken zur Aussteifung
Die Verbindung erfolgt meist als Zapfen-Schlitz-Verbindung mit Holznägeln. Indem der Deckbalken oben auf die Ständer gelegt wird, entsteht über der Achse eine kürzere Auflage für die Dachkonstruktion.
Unterschied zum Ankerbalkengebinde
Der wesentliche Unterschied liegt in der Position des Querbalkens:
| Typ | Position des Querbalkens |
|---|---|
| Ankerbalkengebinde | Durch die Ständer hindurch, auf Zwischenhöhe |
| Deckbalkengebinde | Oben auf den Ständern, als Abschluss |
| Kopfbalkengebinde | An der Oberkante des Ständers angezapft |
Beim Ankerbalkengebinde laufen die Ständer bis zur Oberkante durch; beim Deckbalkengebinde enden sie unter dem Deckbalken.
Anwendung
Das Deckbalkengebinde findet sich vor allem in:
- Hallenhäusern in Ostniederlanden und Norddeutschland
- Scheunen und Ställen des 17. bis 19. Jahrhunderts
- Rekonstruktionen historischer Höfe
- Charakteristischem Neubau mit offener Halle und sichtbaren Gebinden
Vor- und Nachteile
Das Deckbalkengebinde lässt sich einfach aufbauen und ermöglicht eine großzügige Durchfahrt. Nachteil ist die geringere Steifigkeit gegenüber dem Ankerbalkengebinde, weshalb Kopfbänder oder Windverbände nötig sind.
Verwandte Begriffe
- Ankerbalkengebinde
- Gebinde
- Hallenhaus
- Deckbalkenjoch
- Kopfband
- Zapfenverbindung
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