Ein Schieferhaken ist der Metallhaken, mit dem ein Schieferstein auf dem Dach festgesetzt wird. Der Haken wird in die Dachschalung geschlagen oder hinter die Latte geklemmt und greift mit seinem umgebogenen Fuß über die Unterkante des Steins, sodass dieser weder abheben noch abrutschen kann.
Bei der Hakendeckung liegt der Stein also nicht durch einen Nagel durch die Platte hindurch fest, sondern wird an seiner Unterkante von dem Haken gehalten, der zur darunterliegenden Lage gehört. Jeder Stein wird so von oben überdeckt und von unten festgehalten — ein sturmsicheres System, bei dem einzelne Steine austauschbar bleiben.
Werkstoff
- Nichtrostender Stahl ist heute praktisch die einzige Wahl. Er rostet nicht und erreicht eine Lebensdauer in derselben Größenordnung wie der Stein selbst.
- Messing wird ebenfalls eingesetzt, mit demselben Gedanken: nicht rostend und nicht angreifbar.
- Kupfer wurde von den 1930er bis Anfang der 1980er Jahre viel verwendet. Das erweist sich im Nachhinein als Schwachstelle: Kupferhaken halten in der Regel etwa fünfundzwanzig bis dreißig Jahre, danach sind sie an der Auflagestelle dünn gescheuert oder durch Säuren im Regenwasser durchkorrodiert. Auf nordseitigen, lange feuchten Dachflächen geht das am schnellsten.
Warum das bei der Wartung zählt
Bei einem alten Schieferdach lautet die Frage selten, ob die Steine noch gut sind — Naturschiefer hält Generationen — sondern ob die Befestigung noch gut ist. Wer auf einem Dach aus den 1960er oder 1970er Jahren immer mehr lose und verrutschte Steine sieht, blickt fast immer auf versagende Kupferhaken, nicht auf verschlissenen Schiefer.
Was daraus folgt:
- Lose Steine kommen in Wellen. Sobald die ersten Haken versagen, folgen die übrigen binnen weniger Jahre; dann ist eine vollständige Neubefestigung sinnvoller als das wiederholte Zurücksetzen einzelner Steine.
- Die Steine lassen sich oft wiederverwenden. Bei einer Neudeckung kann ein großer Teil des Naturschiefers erneut verlegt werden; das spart erheblich Materialkosten und ist bei einem Denkmal ohnehin die passende Lösung.
- Von unten prüfen. Ein Haken, der von oben unversehrt aussieht, kann hinter dem Stein durchgescheuert sein. Eine Beurteilung durch einen Dachdecker ist hier aussagekräftiger als ein Blick vom Boden.
Praktische Hinweise
- Niemals gewöhnliche verzinkte Nägel oder Haken verwenden. Verzinkter Stahl ist in dieser Anwendung binnen weniger Jahre angegriffen, und das Auswechseln kostet das ganze Dach.
- Keine Metalle mischen. Kupferhaken in Verbindung mit einer Zinkrinne oder Bleianschlüssen führen zu beschleunigter Korrosion; die Metalle in der Dachfläche aufeinander abstimmen.
- Die Hakenlänge muss zur Steingröße passen. Zu kurze Haken greifen zu wenig, zu lange stehen sichtbar vor.
- Bei Sanierungsarbeiten gehört ein Nagelzieher dazu. Damit lassen sich alte Nägel und Haken unter einem liegenden Stein herausziehen, ohne die umliegenden Steine zu brechen.
Verwandte Begriffe
- Schieferdach
- Dachschiefer
- Schieferhammer
- Dachschalung
- Dachlatte
- Dachneigung
- Korrosivitätskategorie
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