Ein Bogenfries ist ein dekoratives Bauelement in Form einer Reihe kleiner, aneinandergereihter Rundbögen, das als horizontales Gliederungsband an Fassaden und unter Dachgesimsen verläuft. Es zählt zu den charakteristischsten Schmuckelementen der romanischen Baukunst des 11. und 12. Jahrhunderts.
Anwendung
Der Bogenfries findet sich in verschiedenen architektonischen Zusammenhängen:
- Kirchenbauten: Als umlaufendes Schmuckband unter dem Dachgesims romanischer Kirchen und Kathedralen
- Apsiden: Besonders häufig als Abschluss halbrunder Chorabschlüsse
- Türme: Als horizontale Gliederung von Kirch- und Wehrtürmen zur optischen Auflockerung der Flächen
- Profanbauten: An Rathäusern, Burgen und Stadttoren des Mittelalters
- Neoromanik: In historisierenden Bauten des 19. Jahrhunderts als bewusstes Stilzitat
Der Bogenfries besteht in der Regel aus kleinen Halbkreisbögen, die auf Konsolen oder kleinen Säulchen (Lisenen) aufliegen. Die Bögen können schlicht gehalten oder mit zusätzlichem Ornament wie Zahnschnitt verziert sein. Man unterscheidet den einfachen Bogenfries vom Kreuzbogenfries, bei dem sich die Bögen überschneiden, und vom Kleeblattbogenfries mit dreipassförmigen Bögen.
Die Funktion des Bogenfrieses ist rein dekorativ — er trägt keine Last. Dennoch erzeugt er durch Licht und Schatten eine plastische Wirkung, die die Fassade belebt. Regional gibt es deutliche Unterschiede: In Oberitalien sind Bogenfriese besonders reich ausgebildet, in Norddeutschland oft als Backsteinvariante in Formziegeln ausgeführt.
Verwandte Begriffe
- Rundbogenfries
- Lisene
- Konsole
- Gesims
- Arkade
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