Ein Dübelloch ist die Aussparung — meist ein rundes oder viereckiges Bohrloch — in einem Stein oder Untergrund, in das ein Dübel zur unsichtbaren Verbindung zweier Elemente eingesetzt wird. Das Dübelloch ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil einer Dübelverbindung im Natursteinbau und in der Restaurierung.
Form und Maße
Die Form richtet sich nach der Anwendung:
- Durchmesser — meist 8 bis 25 mm, je nach Belastung
- Tiefe — mindestens das 1,5-fache des Dübeldurchmessers
- Form — rund bei Bohrungen, quadratisch oder rechteckig bei alten, handgehauenen Löchern
- Lage — in der Mitte der Auflage, nicht zu nah am Rand
In historischem Steinbau wurden die Löcher mit Meißeln gehauen; heute werden sie mit Schlag- oder Diamantbohrern maschinell hergestellt.
Verfüllung
Das Loch um den Dübel wird verfüllt, um die Verbindung kraftschlüssig zu machen:
- Flüssiges Blei — traditionell: gegossen und verstemmt, dehnt sich aus und klemmt
- Zementmörtel — gängig bei weniger sichtbaren Arbeiten
- Epoxid oder Polyester — bei kritischen Restaurierungen, vor allem mit Edelstahldübeln
- Schwefel — historisch für das Setzen schmiedeeiserner Anker verwendet
Anwendung
Ein Dübelloch findet sich in fast jeder Natursteinarbeit:
- Kapitelle auf Säulen — Loch oben in der Säule, Loch unten im Kapitell
- Trittstufen und Schwellen — gegen Verschieben
- Bildhauerarbeiten — Arme, Hände oder Flügel werden an den Körper gedübelt
- Restaurierung — beim Wiedereinsetzen losgelöster Stücke
Punkte zu beachten
- Abstand zum Rand — sonst bricht der Stein aus
- Trocknen — feuchte Löcher lassen sich nicht gut verfüllen
- Symmetrie — zwei Löcher müssen exakt fluchten
- Materialwahl — Eisen mit porösem Stein vermeiden (Korrosion)
Verwandte Begriffe
- Dübel
- Anker
- Naturstein
- Restaurierung
- Edelstahl
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