Ein Cromlech ist eine kreisförmige oder ovale Anordnung großer, aufrecht stehender Steine (Menhire), die in der Jungsteinzeit und Bronzezeit als monumentale Anlage errichtet wurde. Der Begriff stammt aus dem Walisischen und setzt sich aus „crom” (gebogen) und „llech” (Stein) zusammen.
Anwendung
Cromlechs gehören zu den eindrucksvollsten Zeugnissen prähistorischer Baukunst. Die massiven Steine, oft mehrere Tonnen schwer, wurden ohne Mörtel oder andere Bindemittel aufgestellt und bilden geometrisch geordnete Anlagen, deren Errichtung enormen organisatorischen und technischen Aufwand erforderte.
Das bekannteste Beispiel eines Cromlechs ist Stonehenge in Südengland, dessen älteste Teile auf etwa 3000 v. Chr. datiert werden. Die Anlage besteht aus mehreren konzentrischen Ringen von Steinpfeilern und Decksteinen, deren Transport und Aufstellung eine bemerkenswerte bautechnische Leistung darstellt. Die Blausteine wurden über eine Entfernung von mehr als 200 Kilometern aus Wales herbeigeschafft.
Cromlechs finden sich in vielen Teilen Europas, besonders häufig auf den Britischen Inseln, in der Bretagne, auf der Iberischen Halbinsel und in Skandinavien. Der Ring of Brodgar auf den Orkney-Inseln, die Steinkreise von Avebury und die Alignements von Carnac in Frankreich sind weitere bedeutende Beispiele.
Über die genaue Funktion der Cromlechs wird bis heute geforscht. Viele Anlagen weisen astronomische Ausrichtungen auf, etwa zur Sommer- oder Wintersonnenwende, was auf eine Nutzung als Kalender oder Observatorium hindeutet. Daneben werden rituelle, religiöse und soziale Funktionen als Versammlungs- oder Kultorte angenommen. Aus baukonstruktiver Sicht belegen Cromlechs, dass bereits in vorgeschichtlicher Zeit komplexe Planungs- und Bauprozesse beherrscht wurden.
Verwandte Begriffe
- Megalith
- Menhir
- Dolmen
- Zyklopenmauerwerk
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