Ein Dolmen ist ein prähistorisches megalithisches Bauwerk aus zwei oder mehr aufrecht stehenden Tragsteinen, auf denen ein oder mehrere große Decksteine ruhen, die zusammen eine Steinkammer bilden — meist als Grab genutzt. Das Wort stammt aus dem Bretonischen (taol = Tisch, men = Stein) und bedeutet wörtlich “Steintisch”.
Bauweise
Ein Dolmen wird aus rohen, unbearbeiteten Natursteinen errichtet:
- Tragsteine — zwei oder mehr schwere stehende Steine bilden die Wände der Kammer
- Deckstein — ein oder mehrere riesige flache Steine liegen als Dachplatte oben auf
- Erdhügel — ursprünglich waren viele Dolmen mit einem Tumulus aus Erde oder kleineren Steinen bedeckt
- Zugang — manchmal mit einem Gang oder Vorraum
Die Steine wurden ohne Mörtel gestapelt; allein durch ihr Gewicht und ihre Passung halten sie seit Jahrtausenden.
Alter und Verbreitung
Dolmen stammen aus dem Neolithikum (Jungsteinzeit), grob zwischen 4500 und 2000 v. Chr. Sie kommen in weiten Teilen Europas, Nordafrikas und Asiens vor:
- Frankreich — die Bretagne kennt Hunderte Dolmen
- Irland und Großbritannien — bekannt für Cromlechs und Portalgräber
- Iberische Halbinsel — vor allem in Portugal
- Niederlande und Norddeutschland — die Hünengräber sind die lokale Variante
Funktion
Dolmen wurden von frühen Ackerbauern errichtet, vermutlich als Gemeinschaftsgrab für Familie oder Stamm. Funde menschlicher Überreste, Keramik und Beigaben weisen auf zeremonielle Bestattungen hin. Die Größe der Steine — manchmal Dutzende Tonnen — zeigt die organisatorische Leistungsfähigkeit dieser Gesellschaften.
Verwandte Begriffe
- Hünengrab
- Megalith
- Cromlech
- Mastaba
- Tumulus
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