Eine Einspannung ist eine Auflagerform, bei der ein Bauteil — wie ein Balken, eine Stütze oder ein Träger — am Ende vollständig festgehalten wird, sodass es sich dort weder verschieben noch verdrehen kann. Ein eingespanntes Auflager nimmt dadurch nicht nur Kräfte auf, sondern auch ein Moment (eine Verdrehkraft).
Unterschied zu anderen Auflagern
In der Baustatik werden Auflager danach unterschieden, was sie verhindern:
- Loslager — lässt Verschiebung in eine Richtung und Verdrehung zu, nimmt nur eine Querkraft auf
- Gelenklager (Festlager) — verhindert Verschiebung, lässt aber Verdrehung zu (kein Moment)
- Einspannung — verhindert Verschiebung und Verdrehung und nimmt somit auch ein Moment auf
Ein klassisches Beispiel ist ein Balkon, der auf einer Seite in die Fassade eingespannt ist: Er kragt frei aus (Auskragung) und wird vollständig in der Wand festgehalten.
Anwendung
- Auskragende Konstruktionen — Balkone, Vordächer und Auskragungen, die nur auf einer Seite gestützt werden
- Stützen im Fundament — eine Stütze, die momentfest im Köcher oder Fundament verankert ist
- Rahmen — wo die Verbindung zwischen Stütze und Riegel steif und momentfest ausgeführt ist
Zu beachten
- Eine Einspannung muss die Momente tatsächlich aufnehmen können; die Verbindung und die anschließende Konstruktion müssen darauf bemessen sein
- Unzureichende Einspannung führt zu Durchbiegung, Rissbildung oder Verdrehung
- Der Grad der Einspannung wird von einem Statiker bestimmt
Verwandte Begriffe
- Auflager
- Auskragung
- Moment
- Träger
- Rahmen
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