Die Tenne — in den Niederlanden „deel”, „dars” oder „dors” genannt — ist die zentrale, lang gestreckte Diele eines Hallenhauses. Hier wurde Getreide gedroschen, das Erntegut gelagert und die Erntewagen fuhren über das Tennentor herein. Sie ist das Herz des traditionellen niederländischen und norddeutschen Hallenhauses und prägt dessen Raumaufteilung.
Funktion der Tenne
Die Tenne hatte mehrere Aufgaben zugleich:
- Dreschen — Getreide wurde mit dem Dreschflegel oder später mit der Dreschmaschine bearbeitet
- Anlieferung und Lagerung — Wagen mit Heu und Ernte fuhren ein
- Erschließung — Verbindung zwischen Wohnteil und Wirtschaftsteil
- Notstall — bei starkem Frost konnte Vieh kurzfristig hereingebracht werden
Zu beiden Seiten der Tenne lagen die Kuhställe oder Pferdeställe und darüber der Heuboden.
Konstruktion
Die Tenne ist meist 4 bis 6 Meter breit und kann bis zu 20 Meter lang sein. Der Boden bestand früher aus gestampftem Lehm; später wurden Stein- oder Klinkerböden verlegt. Die Anker- oder Deckbalkengebinde, die das Dach tragen, bilden eine Stützenreihe entlang der Tenne. Am Ende sitzt das Tennentor für die Erntewagen.
Regionale Bezeichnungen
| Region | Bezeichnung |
|---|---|
| Norddeutschland | Diele oder Tenne |
| Niedersachsen | Diele |
| Niederlande Norden/Westen | deel |
| Niederlande Osten | dars |
| Niederlande Süden | dors |
Anwendung und Umnutzung
Beim Umbau von Hallenhäusern zu Wohngebäuden wird die Tenne meist zu einem großen Wohnraum: Durch den hohen First und die offene Struktur bleiben Maßstab und Holzkonstruktion sichtbar. Viele denkmalgeschützte Höfe behalten das ursprüngliche Tennentor und die Gebinde als prägende Elemente.
Verwandte Begriffe
- Hallenhaus
- Tennentor
- Bauernhof
- Ankerbalkengebinde
- Deckbalkengebinde
- Heuboden
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