Was ist Asbest?
Asbest ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe natürlicher Mineralien, die aus mikroskopisch kleinen Fasern bestehen. Aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften — hitzebeständig, fest, dämmend und günstig — wurde Asbest jahrzehntelang in großem Umfang im Bauwesen eingesetzt. Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland verboten, aufgrund schwerwiegender Gesundheitsrisiken.
Gesundheitsrisiken
Asbestfasern sind unsichtbar klein und können beim Einatmen tief in die Lunge eindringen. Dies kann zu folgenden Erkrankungen führen:
- Asbestose — Vernarbung des Lungengewebes
- Lungenkrebs — erhöhtes Risiko, besonders in Kombination mit Rauchen
- Mesotheliom — eine aggressive Krebsart am Lungen- oder Bauchfell
Die Folgen treten oft erst 15 bis 40 Jahre nach der Exposition auf.
Wo befindet sich Asbest in Gebäuden?
In Gebäuden, die vor 1993 errichtet wurden, kann Asbest vorkommen in:
- Wellplatten — Dächer und Fassaden von Schuppen, Garagen und Nebengebäuden
- Dachschindeln — Asbestzementschindeln auf älteren Dächern
- Fensterbänken — Asbestzement-Fensterbänke auf der Innenseite
- Rohre und Leitungen — Abwasser- und Lüftungsrohre, Schornsteine
- Bodenbeläge — die Rückseite von Vinyl-Böden aus den 1960er und 1970er Jahren
- Dämmmaterial — rund um Heizungsrohre und Heizkessel
- Kitt und Kleber — in alten Fugen und Fliesenkleber
Was tun bei Asbest?
- Nicht selbst entfernen — Asbestsanierung ist gesetzlich zertifizierten Fachfirmen vorbehalten
- Schadstoffgutachten — eine Asbestuntersuchung durch ein zertifiziertes Büro durchführen lassen
- Fest gebunden vs. schwach gebunden — fest gebundener Asbest (in Zement) ist weniger gefährlich als schwach gebundener Asbest (Spritzasbest)
- Kleine Mengen — für kleine Mengen fest gebundenen Asbests gelten teils vereinfachte Regelungen
Verwandte Begriffe
- Abbruch
- Sanierung
- Gefahrstoffe
- Dämmung
- Arbeitsschutz
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