Ein Luftporenbildner ist ein chemisches Zusatzmittel, das beim Mischen sehr kleine, gleichmäßig verteilte Luftbläschen in Beton oder Mörtel erzeugt. Die Blasen haben Durchmesser im Bereich von Zehntel- bis einigen hundert Mikrometern und bleiben nach dem Erhärten als Hohlräume im Zementstein erhalten.
Wie schützen Luftporen vor Frost?
Beton enthält immer Wasser in seinen Poren. Gefriert dieses Wasser, dehnt es sich aus und erzeugt einen inneren Druck, der den Zementstein sprengt — die bekannte Abplatzung an Betonplatten, Bordsteinen und Balkonböden nach einem strengen Winter.
Die Luftporen wirken als Ausdehnungsgefäße: Das gefrierende Wasser kann in den angrenzenden luftgefüllten Hohlraum ausweichen, der Druck steigt nicht an. Entscheidend ist, dass die Poren dicht beieinanderliegen, damit das Wasser nie weit ausweichen muss.
Wann wird es eingesetzt?
- Beton, der im Freien Frost und Taumitteln ausgesetzt ist: Brücken, Verkehrsflächen, Auffahrten, Balkone
- Betonsteine und Platten
- Mauermörtel, der im Winter verarbeitet wird oder dauerhaft nass werden kann
- Beton, dessen Verarbeitbarkeit ohne zusätzliches Wasser verbessert werden soll
Nebeneffekte
| Wirkung | Erläuterung |
|---|---|
| Frostbeständigkeit | Deutlich besser — der Hauptgrund für den Einsatz |
| Verarbeitbarkeit | Verbessert sich; die Mischung wird geschmeidiger und pumpfähiger |
| Entmischen und Bluten | Nehmen ab |
| Druckfestigkeit | Nimmt ab, denn Hohlräume tragen nicht |
Der Festigkeitsverlust ist der Grund, warum man nie einfach mehr Luftporenbildner zugibt. Als Faustregel gilt in der Betontechnologie, dass jedes zusätzliche Volumenprozent Luft einige Prozent Druckfestigkeit kostet. Für frost- und taumittelbeständigen Beton wird üblicherweise ein Luftgehalt in der Größenordnung von vier bis sechs Volumenprozent angestrebt; der genaue Wert folgt aus der Expositionsklasse und der Betonspezifikation.
Praktische Hinweise
- Die Dosierung ist keine Heimwerkersache — Menge und Blasengröße hängen von Temperatur, Wassergehalt, Zementart, Mischdauer und Verdichtung ab. Das gehört in die Betonrezeptur, nicht in den Kübel auf der Baustelle
- Nicht übervibrieren — zu langes Rütteln treibt die Luftporen wieder aus und hebt den Schutz auf
- Messen — der Luftgehalt wird auf der Baustelle mit einem Luftgehaltsprüfer (Druckverfahren) am Frischbeton kontrolliert
- Selbst betonieren? — dann kaufen Sie Transportbeton in der passenden Expositionsklasse beim Betonwerk. Der ist bereits auf Frostbeständigkeit eingestellt
Verwandte Begriffe
- Zusatzmittel
- Frischbeton
- Transportbeton
- Betonqualität
- Frostbeständigkeit von Beton
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