Decksand ist feiner, äolisch (durch den Wind) abgelagerter Sand, der in der letzten Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit, ca. 116.000–11.700 Jahre vor heute) als dünne Schicht über weite Teile Nordwesteuropas abgelagert wurde. In Deutschland und den Niederlanden bedeckt Decksand große Bereiche der norddeutschen Tiefebene und der hochgelegenen Sandregionen.
Entstehung
Während der letzten Eiszeit war Nordwesteuropa eine kalte, fast vegetationslose Steppe. Starke Winde wehten feinen Sand aus trockengefallenen Flussbetten und der trockengefallenen Nordseeküste auf das Land. Dieser Sand setzte sich zu einer Schicht von wenigen Dezimetern bis mehreren Metern Dicke ab. An Stellen, wo Sträucher und Gräser den Wind abbremsten, bildeten sich langgestreckte Erhebungen: Decksandrücken.
Eigenschaften
Decksand hat einige charakteristische Eigenschaften, die ihn für Archäologen, Geologen und Bodenkundler erkennbar machen:
- Korngröße — überwiegend Fein- bis Mittelsand (105–210 µm)
- Sortierung — sehr gut sortiert, wenig Kies oder Schluff
- Farbe — gelbbeige bis hellbraun, manchmal mit dünnen Lehmbändern
- Durchlässigkeit — gut wasserdurchlässig
- Fruchtbarkeit — von Natur aus arm, schnell auswaschend
Decksandrücken
Ein Decksandrücken ist eine natürliche Erhebung von einigen Metern, die durch den Wind aufgeworfen wurde. Diese Rücken waren in Vor- und Frühgeschichte sowie im Mittelalter bevorzugte Siedlungsstandorte, da sie höher und trockener lagen als die umliegenden Talauen. Viele Esch- und Drubbeldörfer in Norddeutschland und den Niederlanden liegen auf Decksandrücken.
Bedeutung für den Bau
Decksand ist für Bauwerke und Erdbau ein günstiger Baugrund:
- Tragfähigkeit — gut verdichtet hat Decksand eine angemessene Tragfähigkeit
- Grundwasserhaltung — durch die gute Durchlässigkeit ist Brunnenwasserhaltung oft erforderlich
- Gründung — meist Flachgründung (Streifenfundament) möglich, sofern unterhalb der Frostgrenze
- Archäologie — Bauprojekte in Decksandgebieten erfordern oft eine archäologische Voruntersuchung
Verwandte Begriffe
- Bodenart
- Geschiebelehm
- Löss
- Bodenuntersuchung
- Frostgrenze
- Streifenfundament
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