Eine Bodenqualitätskarte ist eine kartografische Darstellung der Bodenqualität eines bestimmten Gebiets. Sie dokumentiert Verunreinigungen, Bodenarten und die Wiederverwendbarkeit von Aushubmaterial und dient als Planungsgrundlage im Bauwesen.
Inhalt und Aufbau
Die Bodenqualitätskarte enthält Informationen über:
- Stoffliche Belastungen – Schwermetalle, PAK, Mineralölkohlenwasserstoffe und andere Schadstoffe
- Bodenart – Sand, Lehm, Ton, Schluff oder Mischformen
- Zuordnungsklassen – Einstufung des Bodens nach der Bundesbodenschutzverordnung
- Hintergrundwerte – natürliche Schadstoffkonzentrationen im Gebiet
Die Karte wird in der Regel von der zuständigen Behörde oder dem Landkreis erstellt und regelmäßig aktualisiert.
Bedeutung für das Bauwesen
Für Bauherren und Planer ist die Bodenqualitätskarte ein wichtiges Instrument:
- Sie gibt Aufschluss darüber, ob Aushubmaterial vor Ort wiederverwendet werden darf
- Sie hilft bei der Einschätzung von Entsorgungskosten für belasteten Boden
- Sie kann eine aufwendige Einzeluntersuchung ersetzen oder ergänzen
Anwendung
Vor Beginn von Tiefbauarbeiten sollte die Bodenqualitätskarte eingesehen werden. Sie wird eingesetzt bei:
- Neubauvorhaben mit Erdaushub
- Straßen- und Leitungsbau
- Flächenrecycling und Altlastensanierung
- Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben
Ist für ein Gebiet keine Bodenqualitätskarte verfügbar, muss ein individuelles Bodenuntersuchung durchgeführt werden.
Verwandte Begriffe
- Bodenuntersuchung
- Baugrundgutachten
- Altlastenkataster
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.