Das Blackhouse (gälisch: taigh-dubh) ist ein traditioneller schottischer Haustyp aus den Highlands und den Äußeren Hebriden, der durch sein massives Doppelmauerwerk aus Naturstein und sein grasbewachsenes Dach gekennzeichnet ist.
Bauweise und Konstruktion
Die Konstruktion des Blackhouse ist ein bemerkenswertes Beispiel für angepasstes Bauen unter extremen Wetterbedingungen. Die Wände bestehen aus einem doppelschaligen Trockenmauerwerk ohne Mörtel. Der Hohlraum zwischen den beiden Steinschalen wurde mit Erde und Torf verfüllt, was eine hervorragende Wärmedämmung ergab. Die Wandstärke beträgt in der Regel zwischen 1,5 und 2 Metern.
Wesentliche Konstruktionsmerkmale sind:
- Doppelschaliges Mauerwerk: Zwei parallel gemauerte Natursteinwände mit Erdfüllung bilden die tragende Struktur.
- Abgerundete Ecken: Die Gebäudeecken sind gerundet, um dem starken Atlantikwind weniger Angriffsfläche zu bieten.
- Grasdach: Das Dach besteht aus einem Holzsparrenwerk, das mit Torf und Grasnarbe gedeckt ist. Die Sparren ruhen auf der inneren Mauerschale, sodass der Dachüberstand das äußere Mauerwerk nicht belastet.
- Zentrale Feuerstelle: In der Mitte des Hauses befand sich ein offenes Feuer ohne Schornstein — der Rauch zog durch das Dach ab.
Historische Bedeutung
Der Name “Blackhouse” entstand im 19. Jahrhundert zur Abgrenzung von den moderneren “White Houses”, die mit Kalk verputzt und mit Schornsteinen ausgestattet waren. Blackhouses wurden bis ins frühe 20. Jahrhundert bewohnt, manche auf den Äußeren Hebriden sogar bis in die 1970er Jahre.
Für das Bauwesen sind Blackhouses ein lehrreiches Beispiel dafür, wie mit einfachsten lokalen Materialien — Stein, Erde und Gras — ein widerstandsfähiges und gut isoliertes Gebäude errichtet werden kann. Heute stehen viele Blackhouses unter Denkmalschutz und dienen als Museum.
Verwandte Begriffe
- Trockenmauerwerk
- Grassodendach
- Vernakulararchitektur
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