Steinwolle und PIR-Platten dominieren den Daemmungsmarkt, aber immer mehr Heimwerker entscheiden sich bewusst fuer biobasierte Daemmung. Logisch: Hanf, Flachs, Kork und Holzfaser sind erneuerbar, speichern CO2 und regulieren Feuchtigkeit auf eine Weise, an die synthetische Materialien nicht herankommen. Zudem belohnt die BEG-Foerderung mit verstaerkten Nachhaltigkeitskriterien in 2026 gerade diese Wahl.
Aber welcher biobasierte Daemmstoff passt zu deinem Projekt? Die Daemmwerte, Preise und Verarbeitungseigenschaften unterscheiden sich erheblich. Und kannst du das wirklich selbst anbringen, oder ist ein Fachbetrieb sinnvoller?
In diesem Artikel vergleichst du die vier beliebtesten biobasierten Daemmstoffe nach Preis, Leistung und Feuchtigkeitsempfindlichkeit. Du lernst Schritt fuer Schritt, wie du Hanfmatten und Holzfaserplatten selbst verlegst, worauf du bei Dampfbremsen achten musst und wie du die BEG-Foerderung fuer biobasierte Materialien beantragst. Inklusive einer ehrlichen Kosten-Nutzen-Analyse von Selbermachen versus Machenlassen.
Was ist biobasierte Daemmung genau?
Biobasierte Daemmung ist Daemmmaterial, das ueberwiegend aus erneuerbaren, pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen besteht. Denke an Hanffasern, Flachsschaben, Korkeichenschale und Holzfasern aus Restholz der Forstwirtschaft.
Der Unterschied zur gaengigen Daemmung liegt nicht nur im Rohstoff. Biobasierte Materialien haben eine niedrige oder sogar negative Umweltwirkung, weil sie waehrend des Wachstums CO2 aufnehmen und speichern. Ein Kubikmeter Hanf-Daemmung speichert durchschnittlich 35 bis 40 kg CO2. Bei PIR oder EPS ist die CO2-Bilanz dagegen positiv: Diese Materialien verbrauchen Energie und Rohstoffe bei der Herstellung.
Ausserdem sind die meisten biobasierten Daemmstoffe diffusionsoffen. Sie koennen Feuchtigkeit aufnehmen, puffern und wieder abgeben, ohne dass der Daemmwert nennenswert sinkt. Das macht sie besonders geeignet fuer aeltere Gebaeude mit massiven Waenden, bei denen eine vollstaendig dampfdichte Loesung gerade Feuchtigkeitsprobleme verursachen kann.
Wichtiger Hinweis: “Biobasiert” sagt nichts ueber den Daemmwert aus. Du musst immer den U-Wert bzw. die Waermeleitfaehigkeit pruefen und die richtige Dicke fuer deine Situation waehlen.
Die vier beliebtesten biobasierten Materialien im Vergleich
Nachfolgend findest du einen Ueberblick ueber Hanf, Flachs, Kork und Holzfaser anhand der wichtigsten Kriterien. Alle Werte sind Richtpreise inklusive MwSt. pro m2 bei 100 mm Dicke, sofern nicht anders angegeben.
| Eigenschaft | Hanf | Flachs | Kork (expandiert) | Holzfaser |
|---|---|---|---|---|
| Lambda-Wert (W/mK) | 0,038-0,040 | 0,036-0,040 | 0,038-0,042 | 0,038-0,043 |
| Daemmwert bei 100 mm | R 2,5-2,6 | R 2,5-2,8 | R 2,4-2,6 | R 2,3-2,6 |
| Richtpreis pro m2 (100 mm) | 18-25 Euro | 20-28 Euro | 30-45 Euro | 15-22 Euro |
| Feuchtigkeitspufferndes Vermoegen | Sehr gut | Gut | Ausgezeichnet | Gut |
| Brandklasse | B2 (mit Flammschutzmittel) | B2 (mit Flammschutzmittel) | B2 | B1-B2 |
| Formstabilitaet | Gut (Matten) | Maessig (kann absacken) | Sehr gut (Platten) | Sehr gut (Platten) |
| Geeignet fuer | Wand, Dach, Boden | Wand, Dach | Fassade, Dach, Boden | Dach, Wand, Aufsparrendaemmung |
| Selbst zu verlegen? | Ja, einfach | Ja, aber anspruchsvoller | Ja, als Platten | Ja, als Platten |
Bemerkenswert: Holzfaser ist preislich am zugaenglichsten, waehrend Kork das teuerste Material ist, aber die beste Feuchtigkeitspufferung bietet. Hanf schneidet als Allrounder am besten ab: guter Daemmwert, einfach selbst zu verlegen und fairer Preis.
Hanf-Daemmung: der Allrounder
Hanf-Daemmung wird aus den inneren Fasern der Hanfpflanze hergestellt, oft gemischt mit einem geringen Anteil Polyester-Bindefasern (10-15 %) und einem Flammschutzmittel auf Sodabasis. Das Material wird als flexible Matten oder Rollen geliefert.
Eigenschaften
- Lambda-Wert von 0,038-0,040 W/mK, vergleichbar mit Glaswolle
- Ausgezeichnete Feuchtigkeitsregulierung: kann bis zu 30 % des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne Daemmleistung zu verlieren
- Gute Schalldaemmung durch die Faserstruktur
- Angenehm zu verarbeiten: kein Juckreiz, keine Atemwegsreizung
- Lebensdauer von 50 Jahren oder mehr bei korrektem Einbau
Hanfmatten selbst verlegen: Schritt fuer Schritt
Was du brauchst: Hanfmatten auf Mass, langes Messer oder Daemmmesser, Massband, Latte, Tacker oder Klemmfedern, Dampfbremse (sd-Wert 2-5 m), Klebeband fuer Dampfbremse.
- Miss den Sparrenabstand zwischen den Stiel- oder Sparrenhoelzern. Bestelle die Matten 10-20 mm breiter als den Sparrenabstand. Dieser Klemmeffekt haelt sie ohne zusaetzliche Befestigung an Ort und Stelle.
- Schneide auf Mass mit einem langen Brotmesser oder speziellem Daemmmesser. Hanf laesst sich leicht schneiden. Verwende eine gerade Latte als Fuehrung.
- Druecke die Matten klemm zwischen die Stiele. Beginne oben bei einem Dach, unten bei einer Wand. Druecke die Matte leicht zusammen und lass sie im Hohlraum zurueckfedern. Es duerfen keine Luecken uebrig bleiben.
- Doppelte Lage bei hoeherem Daemmwert. Moechtest du einen U-Wert von 0,20 oder besser (Dach), arbeite mit zwei Lagen und versetze die Naehte. Bringe die erste Lage zwischen den Sparren an, die zweite Lage quer dazu auf einer zusaetzlichen Lattung.
- Bringe die Dampfbremse an auf der warmen Seite (Innenseite). Verwende eine Dampfbremse mit einem sd-Wert von 2-5 Metern, keine vollstaendig dampfdichte Folie. Biobasierte Daemmung muss atmen koennen. Klebe alle Naehte und Anschluesse luftdicht ab.
Haeufiger Fehler: Eine vollstaendig dampfdichte PE-Folie in Kombination mit Hanf verwenden. Das blockiert die feuchtigkeitsregulierende Wirkung und kann gerade Kondensationsprobleme verursachen. Waehle immer eine intelligente Dampfbremse oder feuchtevariable Folie.
Holzfaser-Daemmung: steif, stabil und bezahlbar
Holzfaser-Daemmung wird aus Holzfasern von Nadelholz gepresst, meist Restholz aus dem Saegewerk. Es gibt zwei Varianten: flexible Matten (vergleichbar mit Hanf) und steife Platten (Dichte 140-250 kg/m3). Die steifen Platten sind besonders beliebt als Unterdach- oder Aufsparrenplatte.
Warum Holzfaser immer oefter gewaehlt wird
- Niedrigster Preis pro m2 aller biobasierten Materialien
- Steife Platten bieten konstruktive Festigkeit: Du kannst Dachlatten darauf schrauben
- Hohe Waermekapazitaet (2100 J/kgK): Haelt im Sommer die Hitze besser draussen als Steinwolle oder PIR
- Diffusionsoffen: sd-Wert von nur 2-5 m bei steifen Platten
- Gute Schalldaemmung durch hohe Dichte
Holzfaserplatten selbst verlegen (Aufsparren-/Unterdach)
Was du brauchst: Holzfaserplatten (Dicke 40-60 mm fuer Unterdach, 100-200 mm fuer Hauptdaemmung), Handkreissaege, Schrauben (speziell fuer Holzfaser, Laenge Platte + 40 mm), Dampfbremse, wasserabweisende Folie oder integrierte Deckschicht.
- Pruefe die Unterkonstruktion. Holzfaserplatten als Aufsparrendaemmung montierst du direkt auf die Sparren oder auf eine ebene Holzunterlage. Der Untergrund muss eben und trocken sein.
- Beginne unten an der Traufe. Verlege die erste Reihe Platten waagerecht, buendig an der Traufe. Verwende Platten mit Nut und Feder fuer einen winddichten Anschluss.
- Schraube die Platten fest mit speziellen Daemmschrauben. Schraubenabstand: alle 200 mm an den Raendern, alle 300 mm im Feld. Die Schrauben muessen mindestens 40 mm ins Holz greifen.
- Arbeite im Laeuferverband. Versetze die senkrechten Naehte pro Reihe um mindestens 300 mm. Das verhindert Waermebruecken.
- Bringe eine wasserabweisende Schicht an ueber den Platten, falls die Platten keine integrierte Deckschicht haben. Anschliessend Konterlatten und Dachlatten montieren.
Achtung bei Holzfaser: Die Platten sind schwer (eine Platte von 1200x600x100 mm wiegt ca. 10 kg). Arbeite auf dem Dach immer zu zweit und verwende ein Dachgeruest.
Flachs und Kork: Wann entscheidest du dich dafuer?
Flachs-Daemmung
Flachs-Daemmung wird aus den kurzen Fasern hergestellt, die bei der Verarbeitung von Flachs zu Textilien uebrig bleiben. Deutschland und Europa sind grosse Flachsproduzenten, sodass die Transportwege minimal sind.
Staerken: Sehr guter Lambda-Wert (bis 0,036), CO2-neutral bei lokaler Produktion, angenehm zu verarbeiten.
Nachteile: Flexible Matten koennen in vertikalen Anwendungen mit der Zeit absacken, wenn sie nicht ausreichend geklemmt werden. Der Preis liegt etwas hoeher als bei Hanf und Holzfaser.
Beste Anwendung: Horizontale oder geneigte Anwendungen (Dach, Boden) oder in Waenden mit ausreichend Stuetzpunkten. Kombiniere mit einer steifen Holzfaserplatte auf der Aussenseite fuer zusaetzliche Stabilitaet.
Expandierter Kork
Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, hauptsaechlich aus Portugal. Expandierter Kork (ICB) wird unter hohem Druck und Temperatur zu steifen Platten gepresst, ohne kuenstliche Bindemittel. Das Harz im Kork dient als Kleber.
Staerken: Vollstaendig natuerlich (keine Bindemittel), extrem langlebig (Lebensdauer 80+ Jahre), bestaendig gegen Schimmel und Schaedlinge, ausgezeichnete Feuchtigkeitsregulierung, druckbestaendig.
Nachteile: Hoechster Preis pro m2, begrenzte Verfuegbarkeit, hoeherer Lambda-Wert als Hanf oder Flachs.
Beste Anwendung: Bodendaemmung (druckbestaendig), Fassadendaemmung aussen, Anwendungen, bei denen Feuchtigkeitsbestaendigkeit entscheidend ist (Badezimmer, Keller). Nicht die beste Wahl, wenn rein nach Daemmwert pro Euro ausgewaehlt wird.
Dampfbremsen und Feuchtigkeitsmanagement bei biobasierter Daemmung
Bei biobasierter Daemmung ist das Feuchtigkeitsmanagement der wichtigste Aspekt. Die Materialien selbst gehen hervorragend mit Feuchtigkeit um, aber nur, wenn der gesamte Konstruktionsaufbau stimmt.
Die Grundregel
Arbeite von innen nach aussen mit abnehmender dampfbremsender Wirkung. Die Innenseite (warme Seite) bremst den Dampftransport, die Aussenseite laesst Feuchtigkeit frei entweichen.
Welche Dampfbremse bei welchem Material?
| Situation | Dampfbremse Innenseite | sd-Wert | Aussenseite |
|---|---|---|---|
| Hanf/Flachs zwischen Stielen | Feuchtevariable Folie | 0,2-5 m (variabel) | Diffusionsoffene winddichte Bahn |
| Holzfaser Aufsparren | Dampfbremse oder OSB + Klebeband | 2-5 m | Holzfaserplatte selbst (diffusionsoffen) |
| Kork auf Aussenfassade | Keine (Mauerwerk ist Dampfbremse) | n/a | Kork + Putz |
| Biobasiert in Kerndaemmung | Dampfbremse Innenseite | 2-5 m | Offene Luftschicht mit Belueftung |
Faustregel: Verwende bei biobasierter Daemmung niemals eine PE-Folie mit einem sd-Wert ueber 100 m. Waehle eine feuchtevariable Folie (z. B. Pro Clima Intello oder Isover Vario), die im Winter dampfbremsend und im Sommer dampfdurchlaessig wirkt. So kann Feuchtigkeit, die im Winter nach aussen wandert, im Sommer zuruecktrocknen.
Luftdichtheit ist nicht dasselbe wie Dampfdichtheit
Ein haeufiger Denkfehler: “Wenn es diffusionsoffen sein muss, braucht es nicht luftdicht zu sein.” Das stimmt nicht. Luftdichtheit ist immer notwendig. Luftstroemungen transportieren ein Vielfaches mehr Feuchtigkeit als Dampfdiffusion. Klebe alle Naehte, Anschluesse an Waende, Fenster und Leitungsdurchfuehrungen sorgfaeltig ab.
BEG-Foerderung fuer biobasierte Daemmstoffe
Die Bundesfoerderung fuer effiziente Gebaeude (BEG) ueber die BAFA erstattet einen Teil der Kosten fuer die Daemmung von Bestandsgebaeuden. Seit 2025 gelten erweiterte Nachhaltigkeitskriterien, die biobasierte Daemmstoffe besonders belohnen.
Voraussetzungen BEG-Daemmfoerderung (2026)
- Das Gebaeude wurde vor 2002 gebaut und ist dein Hauptwohnsitz oder wird vermietet
- Du daemmst mindestens die vorgeschriebene Mindestflaeche
- Das Material und die Anwendung entsprechen den technischen Mindestanforderungen der BEG
- Der Mindest-U-Wert haengt von der Anwendung ab:
- Dach/Dachboden: U-Wert 0,14 W/m2K oder besser
- Fassade: U-Wert 0,20 W/m2K oder besser
- Boden: U-Wert 0,25 W/m2K oder besser
- Du stellst den Antrag ueber die BAFA vor Beginn der Massnahme
Nachhaltigkeitsbonus fuer biobasierte Materialien
Die BEG belohnt Daemmstoffe mit einer niedrigen Umweltwirkung. Biobasierte Materialien schneiden hier von Natur aus gut ab:
| Material | Indikative Umweltwirkung | Erfuellt Nachhaltigkeitskriterium? |
|---|---|---|
| Hanf | Niedrig | Ja |
| Flachs | Niedrig | Ja |
| Kork | Niedrig | Ja |
| Holzfaser | Niedrig | Ja |
| PIR | Hoch | Nein |
| EPS | Hoch | Nein |
| Steinwolle | Mittel | Teilweise |
Konkret: Fuer Dachdaemmung mit biobasiertem Material erhaeltst du einen hoeheren Foerdersatz als mit konventionellen Materialien. Pruefe immer die aktuellen Betraege auf bafa.de.
Selbst machen und trotzdem Foerderung?
Ja, das geht. Die BEG-Foerderung gilt auch bei Eigenleistung, sofern du alle technischen Anforderungen erfuellst (Mindest-U-Wert, korrekte Anwendung). Du reichst die Materialrechnungen als Nachweis ein. Lass aber vorher pruefen, ob dein gewaehltes Produkt foerderfaehig ist.
Selbst machen versus machen lassen: die ehrliche Rechnung
Nachfolgend eine indikative Kostenuebersicht fuer die Daemmung eines Schraegtdachs (40 m2) mit Hanfmatten (U-Wert ca. 0,20, Dicke 200 mm in zwei Lagen).
| Kostenposten | Selbst machen | Machen lassen |
|---|---|---|
| Material (Hanfmatten) | 1.000-1.200 Euro | 1.000-1.200 Euro |
| Feuchtevariable Folie + Klebeband | 120-180 Euro | 120-180 Euro |
| Zusaetzliche Lattung (zweite Lage) | 80-150 Euro | 80-150 Euro |
| Befestigungsmaterial | 30-50 Euro | 30-50 Euro |
| Arbeit | 0 Euro (Eigenleistung) | 800-1.400 Euro |
| Gesamt ohne Foerderung | 1.230-1.580 Euro | 2.030-2.980 Euro |
| BEG-Foerderung (indikativ) | -360 bis -480 Euro | -360 bis -480 Euro |
| Gesamt mit Foerderung | 750-1.220 Euro | 1.550-2.620 Euro |
Ersparnis bei Eigenleistung: 800 bis 1.400 Euro bei einem Dach von 40 m2. Rechne mit ein bis zwei Arbeitstagen zu zweit.
Wann doch einen Fachmann hinzuziehen?
- Bei Unsicherheit ueber den Konstruktionsaufbau (Dampfbremse, Belueftung, Waermebruecken)
- Bei einem Flachdach oder komplexen Dachformen mit vielen Ecken und Durchfuehrungen
- Wenn du keine Erfahrung mit luftdichtem Arbeiten hast
- Bei Kerndaemmung: Das ist fast immer Arbeit fuer einen Fachbetrieb (Einblasen)
Haeufig gestellte Fragen
Ist biobasierte Daemmung genauso gut wie Steinwolle oder PIR?
Beim Daemmwert (Lambda) sind biobasierte Materialien vergleichbar mit Steinwolle (0,035-0,040 W/mK). PIR hat einen niedrigeren Lambda-Wert (0,022-0,026) und daemmt also besser pro Zentimeter. Aber biobasierte Materialien bieten Vorteile, die PIR nicht hat: Feuchtigkeitsregulierung, sommerlichen Hitzeschutz und eine niedrige Umweltwirkung.
Kann biobasierte Daemmung schimmeln?
Bei korrektem Einbau nicht. Die feuchtigkeitspuffernde Eigenschaft verhindert gerade Kondensation. Schimmel entsteht, wenn der Konstruktionsaufbau nicht stimmt — zum Beispiel durch eine falsche Dampfbremse oder fehlende Belueftung an der Aussenseite. Das gilt uebrigens fuer alle Daemmstoffe.
Wie lange haelt biobasierte Daemmung?
Hanf und Holzfaser haben eine erwartete Lebensdauer von 50 Jahren oder mehr. Expandierter Kork kann sogar laenger halten (80+ Jahre). Das ist vergleichbar mit oder besser als konventionelle Daemmstoffe.
Welcher biobasierte Daemmstoff laesst sich am einfachsten selbst verlegen?
Hanfmatten. Sie sind leicht, lassen sich einfach schneiden, jucken nicht und klemmen von selbst zwischen den Stielen. Holzfaserplatten (steif) sind ebenfalls gut selbst zu verlegen, aber schwerer zu heben. Kork und Flachs erfordern etwas mehr Erfahrung.
Sind alle biobasierten Materialien foerderfaehig?
Nur wenn das spezifische Produkt auf der BAFA-Foerderliste steht und du den Mindest-U-Wert erreichst. Nicht jede Marke oder jeder Typ ist registriert. Pruefe vorab auf bafa.de, welche Produkte foerderfaehig sind.
Darf ich biobasierte und konventionelle Daemmung kombinieren?
Ja, das geht. Eine haeufig verwendete Kombination ist Holzfaserplatten als Unterdach (Aussenseite) mit Hanfmatten zwischen den Sparren (Innenseite). Achte aber auf den Feuchtigkeitshaushalt: Die aeussere Schicht muss immer diffusionsoffener sein als die innere Schicht.
Fazit
Biobasierte Daemmung ist kein Kompromiss mehr. Hanf, Holzfaser, Flachs und Kork liefern beim Daemmwert vergleichbare Leistung wie konventionelle Materialien und bieten darueber hinaus Feuchtigkeitsregulierung, sommerlichen Hitzeschutz und eine deutlich niedrigere Umweltwirkung. Die BEG-Foerderung mit Nachhaltigkeitsbonus macht die Wahl finanziell besonders attraktiv.
Fuer den Heimwerker sind Hanfmatten und Holzfaserplatten die zugaenglichsten Optionen. Beide lassen sich ohne Spezialwerkzeug verlegen, sofern du den Feuchtigkeitshaushalt richtig regelst. Investiere in eine feuchtevariable Dampfbremse, arbeite luftdicht, und du hast eine Daemmung, die Jahrzehnte haelt.
Rechne vorab durch, welches Material und welche Dicke du brauchst, um den gewuenschten U-Wert zu erreichen. Pruefe, ob dein gewaehltes Produkt auf der BAFA-Foerderliste steht. Und bei Zweifeln am Konstruktionsaufbau: Lass ein bauphysikalisches Gutachten erstellen, bevor du loslegst. Die paar hundert Euro verdienst du doppelt zurueck, indem du Fehler vermeidest.
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