Versickerungsberechnungen ermitteln, wie viel Regenwasser ein Grundstück speichern muss und wie schnell dieses Wasser in den Boden absickern kann, damit eine Versickerungsanlage richtig dimensioniert wird. Sie bilden die technische Grundlage für die Abkopplung von Regenwasser und sind in vielen Gemeinden bei einem Bauantrag vorgeschrieben.
Was wird berechnet?
Eine Versickerungsberechnung bringt Bedarf und Angebot zusammen:
- Die angeschlossene Fläche — die Fläche von Dächern und Belägen, auf die Regen fällt und die zur Anlage entwässert
- Der Bemessungsregen — eine festgelegte Niederschlagsmenge, die zurückgehalten werden muss, oft in Millimetern ausgedrückt (etwa ein Regen einer bestimmten Wiederkehrzeit)
- Die Bodendurchlässigkeit — wie schnell Wasser versickert, ausgedrückt über den Durchlässigkeitsbeiwert (kf-Wert)
- Der Grundwasserstand — bestimmt den verfügbaren Speicherraum unter der Geländeoberfläche
Von der Berechnung zur Anlage
Auf Grundlage dieser Daten ergibt sich das erforderliche Speichervolumen, zum Beispiel die Anzahl der Rigolen oder die Größe einer Kiespackung oder Mulde. Als Faustregel gilt: je größer die versiegelte Fläche und je schlechter der Boden versickert, desto mehr Speichervolumen ist nötig.
Anwendung
- Bauantrag — Gemeinden verlangen oft eine Berechnung, die nachweist, dass der Regen auf dem eigenen Grundstück bewirtschaftet wird
- Garten- und Geländeplanung — Dimensionierung von Versickerungsanlagen bei der Abkopplung
- Neubauprojekte — Grundlage des Entwässerungskonzepts
Zu beachten
- Führen Sie bei Unsicherheit über den Boden einen Versickerungsversuch durch, um den tatsächlichen kf-Wert zu bestimmen
- Rechnen Sie mit den örtlich geltenden Bemessungsanforderungen; diese unterscheiden sich je nach Gemeinde
Verwandte Begriffe
- Versickerung
- Regenwasserableitung
- Grundwasserstand
- Klimaangepasst
- Durchlässigkeitsbeiwert
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