Was sind Lewis® Schwalbenschwanzplatten?

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Schwalbenschwanzplatten sind dünne Stahlbleche mit schwalbenschwanzförmigem Profil, die zugleich als verlorene Schalung und als Bewehrung für eine dünne Betondecke dienen. Sie bleiben nach dem Betonieren im Bauwerk: die Schwalbenschwanzform verkrallt sich im Beton und sorgt so für Verbund und Steifigkeit. Lewis® ist der bekannteste Markenname für diesen Plattentyp.

Die Kombination aus Stahlblech und Beton bildet zusammen mit den darunterliegenden Balken eine tragende Decke. Das macht die Konstruktion besonders für die Sanierung geeignet: auf einer bestehenden Holzbalkenlage entsteht eine Betondecke, ohne dass schwere Fertigteile eingehoben werden müssen.

Warum werden sie eingesetzt?

  • Schallschutz. Die Masse des Betons verbessert die Luftschalldämmung einer Holzbalkendecke erheblich — der wichtigste Grund für den Einsatz in Wohnungen und umgebauten Gebäuden.
  • Brandschutz. Eine Betonschicht über den Balken verbessert den Feuerwiderstand der Deckentrennung.
  • Wasserdichtheit und Festigkeit. In Bad oder Küche auf einer Holzdecke ergibt die Betonschicht einen ebenen, stabilen und feuchteunempfindlichen Untergrund für Fliesen.
  • Fußbodenheizung. Die Betonschicht kann Heizrohre aufnehmen und verteilt die Wärme.
  • Geringe Aufbauhöhe. Die Decke lässt sich bereits ab etwa 36 mm Dicke ausführen, was bei einem Umbau oft ausschlaggebend ist.

Verarbeitung im Überblick

  1. Zuerst die Balkenlage prüfen. Das ist der wichtigste Schritt. Eine Betonschicht von 50 mm wiegt grob 110 bis 120 kg je Quadratmeter — zusätzlich zur bestehenden Belastung. Von einem Tragwerksplaner beurteilen lassen, ob Balken und Auflager das aufnehmen; Verstärken oder Zulegen ist mitunter nötig.
  2. Die Platten quer über die Balken legen, sodass jede Platte auf mehreren Balken aufliegt.
  3. Die Platten an den Stirnseiten überlappen und in Längsrichtung ineinander klicken. Die vom Hersteller vorgeschriebene Überlappung einhalten (an der Stirnseite in der Größenordnung von 50 bis 100 mm).
  4. Die Platten auf den Balken befestigen — nach Vorschrift — und Randschalung sowie Randdämmstreifen an den Wänden setzen.
  5. Beton einbringen und verdichten, abziehen und die Decke während des Erhärtens ausreichend feucht halten.

Die freie Spannweite zwischen den Balken ist begrenzt; bei den bekannten Systemen liegt sie maximal in der Größenordnung von 2,5 Metern. Die genaue maximale Spannweite, Plattendicke und Betonspezifikation stehen in den Verarbeitungsvorschriften des Herstellers — die sind maßgeblich, nicht eine Faustregel.

Hinweise

  • Das Gewicht immer nachrechnen. Das ist der häufigste Fehler: Platten auf eine Balkenlage legen, die dafür nicht ausgelegt ist.
  • Trocknungszeit. Beton ist nicht sofort fliesenfertig. Mit mehreren Wochen rechnen, bis die Restfeuchte niedrig genug für einen dampfdichten Bodenbelag ist; die Restfeuchte messen statt schätzen.
  • Ränder entkoppeln. Ohne Randdämmstreifen an den Wänden überträgt sich Trittschall, und die Decke kann durch Schwinden reißen.
  • Unter dichtem Dach arbeiten. Beton auf einer Balkenlage in einem noch offenen Gebäude führt zu Feuchteschäden im darunterliegenden Holz.
  • Leitungen zuerst. Elektro, Fußbodenheizung und Abläufe müssen vor dem Betonieren liegen; nachträgliches Stemmen in einer dünnen Decke mit Stahlblechen führt zu Problemen.

Verwandte Begriffe

  • Verlorene Schalung
  • Schalung
  • Schalungsplattendecke
  • Bewehrung
  • Estrich
  • Fließestrich
  • Schalldämmung

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