Eine Krabbe (auch Kriechblume, niederländisch: hogel) ist ein gemeißeltes Zierelement aus der Gotik in Form eines nach außen krollenden Blatts oder einer Knospe. Krabben sitzen in regelmäßigem Abstand entlang der schrägen Kanten gotischer Bauteile und geben ihnen ein lebendiges, gezacktes Umrissbild.
Wo sitzen Krabben?
- Fialen und Pinakel — die schlanken, spitzen Türmchen auf Strebepfeilern
- Wimperge — die dreieckigen Ziergiebel über Fenstern und Portalen
- Turmspitzen — entlang der Rippen hinauf zur Spitze
- Kreuzblumen — die Krabbe ist mit der Kreuzblume verwandt, die oft die Spitze bekrönt
Form und Bedeutung
Die Krabbe ist meist pflanzlichen Formen entlehnt: ein aufkrollendes Blatt, eine auslaufende Knospe oder ein gebogenes Laub. In der Frühgotik sind die Formen schlicht; in der Spätgotik werden sie reicher und wilder. Die Krabbe ist ein rein dekoratives Motiv, das den aufstrebenden Charakter der Gotik betont.
Anwendung
- Gotische Kirchen und Kathedralen — als Verzierung von Strebepfeilern, Giebeln und Türmen
- Neugotik — auf die mittelalterliche Formensprache zurückgreifend
- Restaurierung — verwitterte Krabben werden von Steinmetzen nachgehauen
Verwandte Begriffe
- Gotik
- Fiale
- Pinakel
- Kreuzblume
- Neugotik
- Ornament
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