Natursteinbearbeitungen sind die Techniken, mit denen der Steinmetz der Oberfläche von Naturstein ihre endgültige Form und Textur gibt. Die Wahl bestimmt nicht nur das Aussehen, sondern auch die Rutschhemmung, die Schmutzanfälligkeit und den Preis. Grob reichen sie von rau und handwerklich bis glatt und maschinell.
Die wichtigsten Bearbeitungen
- Gespalten oder bruchrau — die Bruchfläche, wie der Stein fällt. Lebendig, aber nicht eben. Häufig für Fassadenbekleidung und Mauern
- Gescharriert — mit dem Scharriereisen werden parallele Rillen in die Fläche geschlagen. Erkennbar am feinen, gestreiften Relief; klassisch auf belgischem Blaustein
- Gestockt — mit dem Stockhammer, dessen Kopf pyramidenförmige Spitzen trägt, wird die Fläche gleichmäßig eingeschlagen. Ergibt eine körnige, rutschhemmende Oberfläche, ideal für Trittstufen und Rampen
- Geschliffen — maschinell mattiert, eben und gleichmäßig, ohne Glanz. Der Standard für Fensterbänke, Schwellen und viele Böden
- Poliert — bis zum Spiegelglanz weitergeschliffen, wodurch Farbe und Zeichnung maximal zur Geltung kommen. Schön, aber glatt und empfindlich gegen Kratzer und Säure
- Geflammt — die Oberfläche wird mit dem Brenner behandelt, Körner springen ab, es entsteht eine raue, griffige Struktur. Vor allem bei Granit und für Außenbeläge
- Gestrahlt — mit Sand oder Strahlgut mattiert und leicht aufgeraut; die ruhigere Alternative zum Flammen
Kanten werden gesondert bestimmt: scharfe Kante, gebrochene Kante (kleine Fase), gerundete Kante oder profilierte Kante.
Wonach wählt man?
- Rutschhemmung — draußen und auf Treppen sind gestockt, geflammt oder gestrahlt die sicheren Varianten. Poliert ist im Nassen glatt
- Pflege — poliert lässt sich am leichtesten sauber halten, raue Bearbeitungen halten mehr Schmutz fest
- Kosten — handwerkliche Bearbeitungen wie Scharrieren und Stocken sind arbeitsintensiv und damit teurer als maschinelles Schleifen
- Stil — bei der Restaurierung gehört die Bearbeitung zur Bauzeit; eine geschliffene Platte neben Scharrierwerk des 19. Jahrhunderts fällt sofort auf
Worauf zu achten ist
- Die Farbe ändert sich mit der Bearbeitung. Derselbe Blaustein ist geschliffen hellgrau und poliert fast schwarz. Muster immer in der richtigen Bearbeitung beurteilen
- Auch ein Kantenmuster anfordern, nicht nur ein Flächenmuster
- Draußen verwittert jede Bearbeitung. Polierte Flächen verlieren im Freien binnen weniger Jahre ihren Glanz
- Nacharbeiten auf der Baustelle gelingt selten in derselben Optik; Sonderteile besser in der Werkstatt fertigstellen lassen
Verwandte Begriffe
- Naturstein abschlagen
- Natursteinpflege
- Natursteinaustausch
- Granit
- Marmor
- Kalkstein
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