Montagebau ist eine Bauweise, bei der die Bauteile im Werk hergestellt und auf der Baustelle nur noch gehoben, versetzt und verbunden werden. Die Baustelle wird damit von einer Werkstatt zu einem Montageplatz. Es ist das Gegenstück zur traditionellen Bauweise, bei der Stein auf Stein gemauert und Beton vor Ort geschüttet wird.
Die Elemente können aus Beton, Stahl, Holz oder Kombinationen bestehen: Hohldielen, Elementdecken, Fertigwände, Fassadenelemente, Gauben, komplette Badzellen und sogar ganze Raummodule.
Vorteile
- Tempo auf der Baustelle. Der Rohbau eines Hauses kann in Tagen statt Wochen stehen, sodass das Gebäude schneller wind- und wasserdicht ist
- Gleichbleibende Qualität. In der Werkhalle wird unter kontrollierten Bedingungen gearbeitet: kein Regen, kein Frost, feste Schalungen und feste Maße
- Weniger Witterungsabhängigkeit. Frostunterbrechungen spielen eine deutlich kleinere Rolle
- Weniger Bauabfall und weniger Fehlerkosten durch Fertigung nach Plan
- Weniger Belastung der Nachbarschaft: kürzere Bauzeit, weniger Transporte losen Materials, weniger Säge- und Stemmlärm
- Sicherere Arbeit, weil viele Handgriffe im Werk auf Arbeitshöhe statt auf dem Gerüst erfolgen
Nachteile und Fallstricke
- Die Planung muss früh fertig sein. Ein Element in Produktion ändert man nicht mehr. Alle Aussparungen für Leitungen, Lüftung und Elektro müssen bereits in der Werkplanung feststehen. Das ist mit Abstand die größte Falle
- Lieferzeit. Fertigteile haben Produktions- und Einplanungsfristen. Wer spät entscheidet, wartet
- Maßgenauigkeit des Fundaments. Die Gründung muss exakt stimmen; Fertigteile haben wenig Spiel. Ein um wenige Zentimeter verzogenes Fundament kostet Tage Nacharbeit
- Zufahrt und Kranstellfläche. Große Elemente verlangen einen schweren Kran und Platz, ihn aufzustellen. In einer engen Innenstadtstraße ist das häufig der Engpass
- Die Fugen entscheiden über die Qualität. Luftdichtheit, Schlagregendichtheit und Wärmebrückenfreiheit liegen genau in den Stößen zwischen den Elementen. Schlecht ausgeführte Fugen machen jede Werksqualität zunichte
- Transportkosten und -grenzen. Die Abmessungen werden mit davon bestimmt, was auf der Straße transportiert werden darf
Unterschied zum Systembau
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, es gibt aber eine Nuance. Montagebau beschreibt vor allem die Arbeitsweise: Zusammensetzen aus vorgefertigten Teilen. Systembau beschreibt ein zusammenhängendes, standardisiertes Bausystem mit fester Maßordnung und aufeinander abgestimmten Komponenten. Systembau ist damit fast immer Montagebau, aber nicht jeder Montagebau ist Systembau.
Verwandte Begriffe
- Fertigteil
- Systembau
- Hohldiele
- Elementdecke
- Ortbeton
- Maßordnung
- Modul
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