Ein Wagenheber — im Bauwesen auch Hebewinde, Hebezeug oder Spindel genannt — ist ein mechanisches Werkzeug, mit dem schwere Lasten mit relativ wenig Kraftaufwand angehoben, in Position gehalten oder verschoben werden können. Auf dem Bau wird er verwendet, um Balken zu unterstützen, Gebäude anzuheben oder schwere Bauteile zu setzen.
Wie funktioniert er?
Die Wirkungsweise beruht auf Kraftübersetzung:
- Zahnstangenheber — eine vertikale Zahnstange wird durch ein Zahnrad nach oben gedrückt. Durch einen langen Hebel ist nur wenig Kraft nötig
- Spindelheber — eine große Mutter wird über eine senkrechte Gewindespindel gedreht und hebt sich dabei
- Hydraulischer Heber — eine Handpumpe drückt Öl in einen Zylinder, der einen Kolben mit der Last nach oben drückt
Typische Bauwerkzeuge heben 5 bis 50 Tonnen; industrielle Hydraulikheber gehen bis in den dreistelligen Tonnenbereich.
Anwendung am Bau
Hebewinden sind bei vielen Arbeiten unverzichtbar:
- Fundamentsanierung — Gebäude mit Setzungsschäden werden angehoben, um die Lasten unter Balken aufzunehmen
- Balkenarbeiten — eine durchhängende Deckenbalken wird zurück in Position gebracht
- Verschieben schwerer Bauteile — Beton- oder Stahlträger werden zentimeterweise versetzt
- Denkmalrestaurierung — ganze Gebäude werden um Zentimeter angehoben, um das Fundament zu erneuern
- Brückenbau — zum Einsetzen von Trägern auf Widerlagern
Punkte zu beachten
- Stabiler Untergrund — der Heber muss auf einer ebenen, festen Platte stehen
- Sicherung — immer Holzklötze oder Stützen unter die Last setzen
- Senkrecht heben — schiefe Belastung kann zum Kippen führen
- Nennlast — nie über die maximale Tragfähigkeit hinausgehen
Verwandte Begriffe
- Spindel
- Abstützung
- Anheben
- Fundamentsanierung
- Winde
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