Der Verzahnungswiderstand (niederländisch “haakweerstand”) ist der Widerstand gegen Abscheren, der durch Reibung und Verzahnung in den Kontaktflächen körnigen Materials entsteht. Beispiele sind Brechsand oder Granulat.
Merkmale
Der Verzahnungswiderstand entsteht dort, wo Körner sich berühren und gegeneinander drücken. Kantige, raue Körner verzahnen sich besser als runde, glatte Körner und ergeben dadurch einen höheren Verzahnungswiderstand. Ein hoher Verzahnungswiderstand bedeutet mehr innere Stabilität und Tragfähigkeit, weil die Körner nicht so leicht aneinander vorbeigleiten. Runder Flusssand mit seinen glatten, abgerundeten Körnern hat dagegen einen geringeren Verzahnungswiderstand. Die Eigenschaft hängt somit stark von Kornform und Rauigkeit des Materials ab.
Anwendung
Wegen des höheren Verzahnungswiderstands werden für Fundament- und Straßenbauschichten häufig kantige, gebrochene Materialien wie Mischgranulat und Brechsand verwendet statt runder Flusssand. So erhält eine Tragschicht unter einer Befestigung mehr Stabilität und Tragvermögen. Bei der Auswahl von Sand oder Granulat für eine Tragschicht ist die Kornform daher ein wichtiger Punkt: gebrochenes Material ergibt eine festere, weniger verformbare Schicht.
Verwandte Begriffe
- Kornspannung
- Granulat
- Brechsand
- Bodenmechanik
- Tragfähigkeit
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