Versagen ist das Zusammenbrechen oder Einstürzen einer Konstruktion oder eines Bauteils, weil die einwirkende Belastung die Tragfähigkeit übersteigt. Beim Versagen verliert das Bauteil sein Tragvermögen, was zu Verformung, Bruch oder totalem Einsturz führen kann.
Versagensarten
- Biegebruch — ein Balken oder eine Platte bricht unter zu großer Biegebeanspruchung
- Abscheren — das Material reißt durch eine Querkraft
- Knicken — ein schlankes Druckglied biegt plötzlich seitlich aus
- Durchstanzen — eine Stütze stanzt durch eine Flachdecke
- Ermüdung — wiederholte Lastwechsel führen zum Bruch, auch unterhalb der Festigkeitsgrenze
Grenzzustände
- Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT/ULS) — der Zustand, bei dem die Konstruktion kurz vor dem Versagen steht. Es wird mit Sicherheitsbeiwerten gerechnet
- Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit (GZG/SLS) — die Durchbiegung oder Rissbildung wird unzumutbar, die Konstruktion versagt aber nicht
Anwendung
- Tragwerksplanung — jede Konstruktion wird gegen Versagen mit Sicherheitsbeiwerten bemessen
- Inspektion und Wartung — Anzeichen für drohendes Versagen (Risse, Durchbiegung) werden überwacht
- Forensische Untersuchung — nach einem Einsturz wird die Versagensursache ermittelt
Verwandte Begriffe
- Konstruktion
- Belastung
- Tragfähigkeit
- Knicken
- Bewehrung
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